Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Kennt mich ja keiner hier
nnier | 14. Januar 2010 | Topic Musiq
Die Beatles haben mir heute geschrieben, und nachdem ich ja zum Glück vorbereitet war, las ich den Brief mit Interesse, und es geht um eine neue Platte von Ringo.

Lassen wir mal das ganze Gerede weg. Ringo ist kein Sänger und seine Musik ist meist wenig aufregend. So geht dann auch das Lied los. Hm, jah, jah, so, so, die Strophe, nun ja, hm, und jetzt der Refrain.

Der Refrain.

Es muss mal jemand was mit meinem Hirn gemacht haben, irgendwie eine spezielle Verdrahtung eingelötet haben, vom Ohr ins limbische System, anders kann ich mir das nicht erklären, sagen Sie doch mal was! Da werden diese Endorphine ausgeschüttet, die sind an einen bestimmten akustischen Fingerabdruck gekoppelt, es ist bestimmt eine ganz schwülstige und pathetische Melodie, los, sagen Sie schon, aber wissen Sie was, ich bin sowieso gerade nicht zu Hause, und hier kennt mich keiner, haha, und ich höre schon zum 20. Mal dieses Lied, ja, weil jemand im Refrain mitsingt, so unglaublich, ach, das verstehen Sie sowieso nicht, aber himmelherrgottnochmal, sowas aber auch, was der dann doch wieder daraus macht!

Ringo findet das übrigens auch, hat er geschrieben:
So I played him this other track and Paul said, "Give me the headphones. Give me a pair of cans". And he went to the mike and he just invented that part where he follows on my vocal. That was all Paul McCartney, and there could be nothing better. He makes it bigger and he makes it fuller. It makes the song like a conversation between us, and that was Paul's idea to do his part one beat behind me.
"One Beat behind me", das sind so die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Und nun hören Sie's oder lassen Sie's, ich muss das Fenster vom Hotelzimmer aufreißen, damit es auch alle hören, bis ganz da drüben, nämlich mich kennt hier keiner!

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monopixel, Donnerstag, 14. Januar 2010, 08:43
Na ja, geht so. Ich dachte, jetzt kommt da so ein energetischer Song, wie er nur von einem Drummer kommen kann. Aber sowas schleppendes hätte ich nicht erwartet. Nun gut, der Refrain mit Pauls Hilfe ist ganz nett und wenn man ihn mehrfach hört, hat der schon was, aber der richtige Knaller ist es nicht. Aber wenn Ihnen das gefällt, freut es mich. Aber bedenken Sie, daß Sie Ihrem Ringo ja nicht schreiben!

Schade daß Keith Moon nicht so alt geworden ist, der war vergleichsweise besser.

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nnier, Donnerstag, 14. Januar 2010, 09:01
Ja, das Lied kommt nicht in Schwung, und vermutlich habe Sie es in die richtigen Worte gefasst: "Nun gut, der Refrain mit Pauls Hilfe ist ganz nett."

Ich werde Ringo nicht schreiben, halte aber nach wie vor große Stücke auf seine Fähigkeiten als Drummer - auch wenn es technisch versiertere gab und gibt.

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venice_wolf, Donnerstag, 14. Januar 2010, 13:01
Habe in Büro keine Lautsprecher...aber ich kann mir ziemlich so ausdenken wie das ganze klingt.
Ubrigens: mein Sohn hat eine DVD vom Zug Thomas
http://www.thomasandfriends.com/de/
und in den Credits heisst es das Ringo dem Hauptdarsteller die Stimme geliehen hat... leider ist jedoch die Sprache nur auf Italienisch u. Deutsch auf der DVD. Ich werde den O-Ton noch finden

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nnier, Donnerstag, 14. Januar 2010, 18:02
Seit dem gelben Tauchseeboot ist er ja immer mal wieder der Mann für die Kindersachen im Garten eines Kraken, da gibt's so einiges in seinem musikalischen und filmischen und Synchronsprecherwerk. Diese seltsame Lok habe ich inzwischen auch des öfteren gesehen, und es irritiert mich immer wieder, da ich als Kind sehr gerne dieses Buch gelesen habe.

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venice_wolf, Donnerstag, 14. Januar 2010, 16:03
apropos...und wann kommt der nächte Beitrag zum Kaffe? Ich möchte meinen schMALZ dazugeben...

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reuter, Montag, 17. Januar 2011, 01:05
Guten Tag Herr nnier, da bin ich heute nach einem bisschen Beatles-Herumgestöbere bei Ihnen gelandet. Was soll ich sagen. Ich bin hingerissen. Sie sagen es so, wie ich es mir immer schon vorgestellt habe, dass es mal einer sagen müsste. Nur viel schöner. An dieser Stelle hier und an anderen auch. Hach. Wollen Sie mich heiraten?

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nnier, Montag, 17. Januar 2011, 14:06
Oh! Sie waren das gestern! Bei mir leuchtet immer so eine rote Lampe auf, wenn jemand mein Blog besucht, und es surrt ein Alarmton, falls ich mal wieder im Keller bin. Ich danke recht schön! Und das andere, das ist alles so kompliziert heutzutage.

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reuter, Samstag, 22. Januar 2011, 19:14
Ach wissen Sie, Herr nnier, netzbasiertes Beziehungsmanagement ist nicht so mein Fall, und wie der Beziehungsstatus zu sein hat, damit man im Gesichtsbuch nicht sein Gesicht verliert: I give it a shit. Bin eine hoffnungslose Romantikerin, hin und wieder, ich kann nix dafür, mit der ein oder anderen Besessenheit, etwa wenn es um Musik geht, insbesondere, aber nicht nur, um die Beatles. Das Gefühl, bei einer bestimmten Musik oder Melodie oder von mir aus auch nur eine bestimmte Gitarre an einer bestimmten Stelle zehn Zentimeter unter der Zimmerdecke zu schweben. Und als ich bei Ihnen so herumgelesen habe, war ich ergriffen, hab so genau gewusst, wovon Sie reden, bis in die letzte Winzigkeit, dass es mir fast unheimlich war. Wann sonst, wenn nicht dann, sollte man sich verlieben. Quasi.

Aber keine Sorge, in der Zwischenzeit hab ich mich bereits in einen Pianisten verliebt, der letzte Woche in einer Kneipe in Antwerpen, in der ich mit Kollegen einkehrte, „Norwegian Wood“ spielte. Ach.

Nehmen Sie auch Auftragsarbeiten an? Ich würde gerne bei Ihnen etwas lesen zu dem Film „Nowhere Boy“. Ich streite mich bereits seit zwei Wochen herum, ohne es richtig auf den Punkt bringen zu können, warum ich den Film sehr scheiße fand. Oder finden Sie den etwa gut?

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nnier, Samstag, 22. Januar 2011, 22:11
10 cm, ja. Ich habe das Gefühl auch im Gesicht dieser Frau gesehen, die da neben mir stand und zu mir sagte: "Isn't he amazing!", das ist etwas so Persönliches, dass ich manchmal gar nicht weiß, wie ich darüber schreiben soll und ob überhaupt. Manchen Menschen geht es so, die Musikrichtung ist da egal. Ich erinnere mich z.B. daran, dass der ehemalige Genesis-Gitarrist Steve Hackett mal erzählt hat, als Junge sei er von bestimmten Stücken so ergriffen gewesen, dass er niemanden ansehen konnte. Ich wusste genau, was er meint.

(Diesen Film habe ich noch gar nicht angesehen. Sollte ich es tun, werde ich vermutlich auch darüber schreiben.)

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reuter, Sonntag, 23. Januar 2011, 14:13
Eine gewisse Fassungslosigkeit, die kenn ich auch. Wann? Bei welcher Musik? Wieso gerade da? Keine Ahnung.

Da bin ich auch eher eine Anhängerin der Letzte-Geheimnisse-Theorie, die das unerklärbare unerklärt lässt. Die Wahrnehmung selber hat etwas mit Glück zu tun. Aber das führt mir jetzt zu weit an einem trüben Sonntag Mittag. Schönen Tag noch!

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