Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Freitag, 6. Oktober 2017
71@71:#10
nnier | 06. Oktober 2017 | Topic Musiq


Oo, schon Oktober, Zeit für den Herbstbeitrag. Und wir betreten die Top Ten dieser kleinen Serie!

[Grillenzirpen]

Ich bin inzwischen so alt wie Paul war, als ich ihn das erste Mal live sah.

[Zirp]

Ist es eigentlich zu fassen, dass er mit 28 Jahren den gesamten kosmischen Trip mit den Beatles bereits hinter sich hatte?

[Zirp]

Dass man dieses ganze lange Musikerleben seither als "Danach" denkt?

[Zirp]

Sein erstes Soloalbum, da war die Band noch nicht offiziell aufgelöst, trotzdem für mich "danach": Nach dem beispiellosen Höhenflug, so etwas muss man mental auch erst mal überstehen, acht Jahre mit hysterischen Fans, in denen sie ein Werk für die Ewigkeit geschaffen haben, setzt er sich in sein Heimstudio, schrammelt drauflos und macht eine Platte draus.

[Zirp]

Ungestüm, roh, voller Lebensfreude. Ich liebe diese Songs. Gerade jetzt im Herbst.

Platz 10: Oo You (1970)

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Dienstag, 3. Oktober 2017
Last Dance
nnier | 03. Oktober 2017 | Topic Musiq
Komplett aus der Zeit gefallen: Dieser Song ist von 1993, bringt aber Eagles-Backgroundchöre aus den 70ern mit, und ob es in den 90ern noch ein anderes Lied mit einer so prominenten Mundharmonika gegeben hat, bezweifle ich. Mancher Song klang brav und bräsig, das will ich nicht verschweigen, besonders aus der Jeff-Lynne-Zeit - und dann passte wieder alles, hier von der ersten Sekunde (knackiges Riff) bis zur letzten (knackiges Riff). Mein absoluter Favorit von ihm.



Doch, hier geht ein Großer.

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Sonntag, 18. Juni 2017
Andengedanken
nnier | 18. Juni 2017 | Topic Musiq
Lauf ich vorhin so durch Machu Picchu und denke, Wahnsinn!, wie haben die das bloß gemacht. Mit den damaligen Mitteln! Noch heute kann sich ja niemand erklären, wie so etwas möglich war. Manche glauben gar, dass Außerirdische ihre Hand im Spiel hatten - dem kann ich nicht ganz folgen. Andererseits: Es ist einfach unfassbar, wie die das damals hinbekommen haben, da kann man schon mal an übernatürliche Kräfte denken. 50 Jahre ist das jetzt her, sie waren gerade mal 25 und erschufen das Sergeant-Pepper-Album, mit Vierspurgeräten!, und jetzt ist Paul 75, We're gonna have a good time / Happy birthday to you!



Die Inkafestung da oben ist übrigens auch recht beeindruckend.

(Gebloggt mit meinem Dingsda)

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Freitag, 12. Mai 2017
71@71:#11
nnier | 12. Mai 2017 | Topic Musiq
Hoppla - kaum schaue ich auf die Uhr, sind drei Monate vergangen: Schönes Wetter plötzlich da draußen, und wie alles grünt und zwitschert! Ich will gar nicht lange stören, und dieses Lied wäre im Herbst ganz sicher besser aufgehoben. Für den Herbst habe ich allerdings schon einen anderen Beitrag geplant, Arbeitstitel 71@71:#10, damit das hier mal weitergeht.

Als der Song erschien, hat er mich nicht weiter beeindruckt: Musikalisch unaufregend war das Lied eingebettet in das damalige, sehr unbeständige Output McCartneys irgendwo zwischen Frog Song, Heimstudio und Ranschmeißerpop. Seine erste öffentliche Reaktion auf die Ermordung Lennons machte es dann auch schwierig, in dem Lied etwas anderes als kalkulierte Sentimentalität zu sehen, das in seiner Originalfassung für meinen Geschmack geradezu unangenehm glatt produziert ist.

Nach meiner Erinnerung tauchte es erst 20 Jahre später und ganz unerwartet auf seinen Konzerten auf, wo es nun einen völlig anderen Eindruck macht: Der gealterte Paul mit seiner brüchigen Stimme singt das Lied nur von seiner eigenen Akustikgitarre begleitet, ohne Streicherschmalz, ohne vielstimmige Uuuhuuuhuuu-Chöre. Und plötzlich schrammt der Text mit seiner persönlichen Ansprache ("You'd probably laugh and say that we were worlds apart") gar nicht mehr so eng am Kitsch. Plötzlich findet die Melancholie Resonanz. Plötzlich ist das ein ernsthaftes, gut gealtertes Stück.



Wollt' ich nur sagen, jetzt geht mal raus bei dem schönen Wetter.

Platz 11: Here Today (1982)

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Sonntag, 12. Februar 2017
71@71:#12
nnier | 12. Februar 2017 | Topic Musiq
In dem Jahr hat er einen richtigen Zwischenspurt hingelegt und neben seinem populärsten Album Band on the Run den Titelsong zum aktuellen Bond-Film abgeliefert. Wie es heißt, habe man das Lied den Filmproduzenten vorgespielt, die dann sagten: Gutes Demo, und wer wird singen?

Klar, davor hat Shirley Bassey so etwas gemacht oder Tom Jones, da klingt Paul vergleichsweise zahm. Die erste Zusammenarbeit mit George Martin nach dem Ende der Beatles, und das Orchester ist verdammt gut arrangiert. Nee, sagte Paul, entweder ich singe das selber oder ihr sucht euch etwas anderes.

Das ist der erste Bond mit Roger Moore, wesentlich selbstironischer und moderner als die alten Connery-Filme, und auch die Musik klingt gegenwärtiger als Goldfinger oder Thunderball. Selbstironie allerdings sucht man in dem Song vergeblich, Paul hat ja meist alles ernst genommen, gerade bei solchen Auftragsarbeiten.

Musikalisch ist das professionell und recht glatt, aber vielleicht muss man den Song statt dessen ballistisch betrachten. Der gehört nämlich immer noch zu den Standards auf seinen Konzerten. Und seit 1989, als ich völlig verwundert in den Pogo vor der Bühne gerisssen wurde, hat er jedes Mal aufgerüstet: Damals knallte es zweimal auf der Bühne, inzwischen wird ein ganzes Feuerwerk abgefackelt und pustet einem die Ohren dermaßen durch, dass ich manchmal denke, das kommt vielleicht davon.

Selbstironie? Nein, nirgends. Das ist Bombast, den man mögen muss. Nichts für jeden Tag, aber wenn, dann knallt es richtig.

Platz 12: Live and Let Die (1973)

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Sonntag, 4. Dezember 2016
71@71:#13
nnier | 04. Dezember 2016 | Topic Musiq


Als Kind freute ich mich, wenn im Radio der Song City of New Orleans von Arlo Guthrie lief, und obwohl ich den Text nicht verstand, vermittelten Rhythmus und Instrumentierung mir genau das Eisenbahngefühl, von dem das Lied handelt.

An das amerikanische Stück muss ich immer denken, wenn ich diese unbekannte Perle höre: Eine Co-Komposition von Paul McCartney und Denny Laine, der hier ausnahmsweise den Leadgesang übernimmt. Und nicht schlecht!

Zwar geht es um einen Trucker, aber die akustische Gitarre setzt mich direkt aufs stählerne Gleis, und dann folkt das Lied so schön und fröhlich darauf los, dass ich schon vollkommen zufrieden bin. Wenn sich aber im Refrain Pauls (und Lindas?) großartiger Backroundgesang in die Höhe schraubt, zieht er meine Freude mit nach oben: Wie schön, dass Paul mal in die zweite Reihe tritt und dort genau die Akzente setzt, die aus einem guten ein sehr gutes Stück machen.

Mit der zeitgenössischen Musik von damals hatte das alles nichts zu tun, dennoch: Für mich eines der besten und zugleich völlig vergessenen Lieder der Wings.

Platz 13: Deliver Your Children (1978)

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Freitag, 25. November 2016
71@71:#14
nnier | 25. November 2016 | Topic Musiq


Das ist typisch für den McCartney der frühen 70er, das klingt wie ein Popsong und trotzdem aus der Zeit gefallen. Wieder so ein irreführendes Albumcover, es wusste ja eh nie jemand, wer oder was genau die Wings gerade waren, und hier sieht man also acht Menschen unter dem Titel "Band on the Run", da denkt man doch: Ah, so sehen die aus! Sehen sie aber nicht, bzw. nur zum Teil, denn aufgenommen haben das Album nur drei davon: Paul, Linda und Denny Laine. In Nigeria unter seltsamen Umständen, die dem Werk guttaten, denn sie führten zu einer Konzentration aufs Wesentliche. Weil Drummer und Leadgitarrist kurz vor der Abreise abgesprungen sind, setzt sich Paul mal wieder ans Schlagzeug, und Leistungsschaugitarrensoli sucht man zum Glück vergeblich.

Mir gefällt der Refrain gar nicht besonders, der Gesang im Hauptteil ist insgesamt nicht mein Fall. Ich mag ganz andere Dinge an diesem Stück, vor allem den unendlich langen Einstieg, der einen dreimal auf die falsche Spur führt: 1) Stuck inside these for walls, 2) If I ever get out of here, 3) die Fanfare, die noch mal abstoppt, bis endlich nach fast zweieinhalb Minuten 4) der eigentliche Song losgeht. In dem wieder fantastisch Bass gespielt wird.

Eine Pflichtnummer auf den Konzerten, die ich dann eher hinnehme, ich meine: "Band on the run / Band on the run", da gibt es Besseres. Trotzdem ein gutes Lied.

Platz 14: Band on the Run (1973)

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Montag, 5. September 2016
71@71:#15
nnier | 05. September 2016 | Topic Musiq


Oh, denke ich, so weit oben hast du das einsortiert, denke ich, bist du dir sicher. Dann höre ich es mir an und weiß gleich wieder, warum - Sie erinnern sich natürlich auch.

Und wo wir gerade dabei sind: Auch dieses Lied findet sich momentan nicht so leicht. Der ambitionierte Amateur da oben hat sich aber recht nahe ans Original gehalten.

Platz 15: Riding To Vanity Fair (2005)*

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Samstag, 3. September 2016
71@71:#16
nnier | 03. September 2016 | Topic Musiq
Langsam wird es ärgerlich: Ich kann schon wieder den Song nicht verlinken, und Sie sollen sich ihn doch anhören können! Aber die GEMA.

Kennt ja wieder keiner, das Lied, dabei ist das eine schöne Spätblüte. Stellen wir uns doch mal vor, wir werden bald 60, haben vor einer Weile die Ehefrau beerdigt und ausgiebig getrauert. Was machen wir dann? Genau: Ab in die Garage und drauflosrocken.

Beim Text hätte man ein wenig variieren, aus dem Jam ein paar Minuten herauseditieren können, dann wäre das eine richtig runde Sache geworden. Statt dessen wie frisch aus dem Proberaum: Ein toller Einstieg, ein wunderbares Zwischenspiel, bei dem ich der immer an die Doors und ihre elektrische Orgel denken muss, dann erst verzettelt man sich ein wenig.

Und was für ein großartiger Rocksänger er ist: Raaaaaanse the raindrops from your head! So kann man 60 werden, oder 74.

Platz 16: Rinse The Raindrops (2001)*

--
*Da die Suche aktuell nichts bringt, hier der Link zu einem Schnipsel.

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Sonntag, 21. August 2016
71@71:#17
nnier | 21. August 2016 | Topic Musiq
Well I know how hard it is for young girls these days
In the face of everything to stay on the right track




Mister Marks can you find for me / Someone strong and sweet fitting on my knee
, das ist wieder so ein seltsamer Hybrid: Synthesizer-Experimente plus Lagerfeuergitarre, der Sequencer wiederholt endlos sein nervöses Motiv, dazu klopft ganz manuell Pauls simples Schlagzeug. Irgendwie unbeholfen, da wussten Jean Michel Jarre und Alan Parsons schon ganz andere elektronische Landschaften zu erzeugen - bloß dass die eben auch sehr clean klingen. Hier dagegen sprudeln die Ideen mehr als die Schaltungen, und selten habe ich so viel Spaß an McCartneys Lyrics: She can be a neurosurgeon / If she's doing nothing urgent, das war von Anfang an ein Spalter, jedoch immer schon ein Fan-Favorit. Und urplötzlich doch noch im Liveprogramm, ich hab's zuerst letztes Jahr gehört und war hocherfreut. Nicht nötig, dieses Stückchen im nachhinein mit irgendeiner Kraftwerk-Symbolik aufzuladen, bloß weil die Tour eines Tages auch durch Düsseldorf führt, da müssen hinter der Bühne gar keine grünen Schreibmaschinen an die Leinwand gelasert werden: Das ist ein originelles Heimstudioliedchen in its own right, und den Elektropop hat er nicht erfunden, wozu auch.

Platz 17: Temporary Secretary (1980)*

--
*Momentan hat jemand die Originalversion wohl aus dem Internet gefegt, deshalb hier der Link zu einem Schnipsel.

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