Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Montag, 21. Oktober 2013
Nachschlag mit Linden
nnier | 21. Oktober 2013 | Topic Fernseh
All die tollen Serien, und nie glotze ich, bekomme alles nur sekundär mit: Die neue Staffel von Serie X ist sogar noch toller und so weiter, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen. Mein letzter Anflug liegt schon so weit zurück wie Life on Mars, doch auch die habe ich nicht bis zum Ende verfolgt. Aus irgendeinem Grund wurde ich dann vor einigen Monaten eingeladen, eine Folge der Serie The Killing mit anzuschauen, das sei ein Remake der Serie Kommissarin Lund, was sich für mich so anhört wie eine Mischung aus dem typischen ZDF-Schwedenkrimi und irgendwas von Rosamunde Pilcher oder Inga Lindström. Gemütlicher Schlunz, dachte ich, warum nicht, und hatte mich komplett getäuscht.

Who killed Rosie Larsen, das weckt Erinnerungen, und auch wenn alles vollkommen frei von surrealistischen Übersteigerungen und übersinnlichen Erscheinungen vonstatten geht, lag für mich von Anbeginn eine gewisse Twin-Peaks-Haftigkeit über der Geschichte. Natürlich ist es hier wie dort völlig egal, wer sich am Ende als Täter entpuppt, sind es auch in The Killing die Geheimnisse der einzelnen Figuren, die die Geschichte vorantreiben und überraschende Wendungen nehmen lassen. Die eigentliche Auflösung des Falls ist, wie soll es anders sein, auch wenig überzeugend, doch zum Glück ist das ganz egal.

Lange habe ich nicht mehr so gerne zwei Menschen bei der Arbeit zugesehen wie der bleichen Kommissarin Sarah Linden (Mireille Enos), unter deren hyperkontrollierter Oberfläche der Wahnsinn puckert, und ihrem Kollegen Holder (Joel Kinnaman). Der schlurft und trant mit Hängerhose durch die Gegend, ist aber in Wahrheit (psst!) ein ganz Cleverer. Wobei ich allerdings warnen möchte vor der emotionalen Belastung, die so eine Geschichte mit sich bringt, denn ein nicht unerheblicher Erzählstrang behandelt das Weiterleben der Familie des ermordeten Mädchens und war für mich teilweise schwer auszuhalten.

Mehr mag ich gar nicht verraten, außer dass ich die Serie mit deutschen Untertiteln ansehen musste. Die nölige und fast durchweg affektverminderte Konversation der beiden bereitet mir zwar großes Hörvergnügen, da wird genuschelt und geslangt, dass es eine Freude ist, die ich mir durch eine deutsche Synchronisation nicht hätte nehmen lassen wollen: Bloß dass ich dann doch zu viel nicht verstehe. Zwar wären es die toll gefilmten Bilder auch wert, einfach nur zuzuschauen: Aber manche Andeutung und manche entscheidende Information wäre mir zwischen dem Möhrengekaue einfach durchgerutscht.

Bleibt noch die hypnotische Musik in der sowieso ganz toll gemachten Titelsequenz zu erwähnen, und dass natürlich die Serie ständig von der Schließung bedroht war, man kennt das ja bei den guten Sachen. Immerhin haben sie ihre zwei Staffeln mit der Hauptgeschichte unter Dach und Fach, und nach dem üblichen Hin und Her wurde tatsächlich eine dritte und diesmal aber definitiv letzte produziert, in der man sich wohl auch stärker von der skandinavischen Vorlage (die ich nicht kenne) löst. Und auch wenn sich nach den ersten Folgen schon sagen lässt, dass die emotionale Tiefe des ersten großen Handlungsbogens nicht erreicht wird, ist das nach wie vor feine Fernsehkost.

Hat mich gefreut, Dectectives.

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