Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Mein erster Nerd-Beitrag
nnier | 26. Juni 2011 | Topic In echt
Wenn man beim Firefox einen Link mit der rechten Maustaste anklickt, bekommt man im Kontextmenü - nebst anderen Optionen - angeboten, diesen Link in einem neuen Fenster oder in einem neuen Tab zu öffnen. Sollten Sie mit diesem Satz nichts anfangen können, gehen Sie jetzt besser Unkraut jäten, auch wenn man dem Giersch sowieso nicht beikommt - aber es hat keinen Sinn, wenn ich jetzt anfange, Ihnen zu erklären, was ein Link ist und dass die Tasten auf den Mäusen unterschiedliche Funktionen haben, dass man ins Internet mit einem sogenannten Browser geht und, nein, dass "Browser" nicht synonym mit dem Internet Explorer ist und dass der Internet Explorer etwas anderes als der Explorer ist, auch wenn man bescheuerterweise eine URL, das ist so eine Internetadresse - nein, keine E-Mail-Adresse! Sondern das mit dem "http://", und das kann man aber weglassen, und das "www." inzwischen oft auch, und URL ist eigentlich männlich, aber ich sage trotzdem die URL, und die konnte man bei manchen Versionen des Explorers, der ja eigentlich zum Verwalten von Dateien auf dem eigenen Rechner - und aber auch im Netzwerk - ja, das mit den Ordnern, nein, Netzwerk ist jetzt nicht Internet - und dass man damit blöderweise auch Webseiten ansehen konnte, auch wenn das eine vollkommen ungute Vermischung von Oberflächen und Funktionen war. Sie gehen jetzt wirklich besser raus, die ersten Himbeeren sind reif - und schauen Sie auch mal wg. Schnecken und Blattläusen, bei uns fressen sie die Blätter vom Hokaido weg in einem Tempo, das man mit Schnecken gar nicht.

Jahrelang habe ich mir antrainiert, mit einem Rechtsklick das Kontextmenü zu öffnen und dort die zweite Option von oben zu klicken: Link in neuem Tab öffnen. Wozu sollen da mehrere Instanzen des Firefox laufen, und das mit den Tabs ist auch viel übersichtlicher, und wenn ich bei Herrn Stubenzweig einen Blogeintrag lese, dann lese ich den erst einmal komplett durch und klicke nebenbei die Links mit rechts an, hö hö, Links mit rechts, oder mit Rechts? Ist ja eher ein nominativer Gebrauch, jedenfalls ist dann alles voller Tabs da oben - was das ist? Na, wie bei so einer Hängeregistratur, "Reiter" nennt man das auch gerne, genau!, Wie beim Karteikasten!, und dann kann ich die hinterher ansehen, einen nach dem anderen, und hin- und herspringen, und den Ursprungstext noch mal lesen, manchmal verstehe ich dann sogar eine Andeutung oder lese so hermeneutisch-zirkulär wieder von vorne, jedenfalls: Machen Sie das mal mit zwölf Browser-Instanzen in der Taskleiste, die dann auch noch als "Gruppen" zusammengefasst werden. Nee, dô! Und den Prozessor belastet es auch stärker als wenn ich nur die Tabs verwende.

Jetzt habe ich auf meinem privaten Rechner eine neue Firefox-Version, und das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, man hat mehr Platz, oben die ganzen fetten Leisten sind weg, die Tabs sitzen jetzt wie bei Chrome, das ist der Browser von google - nein, dass Sie eine google Toolbar haben, hat damit nichts zu tun, es gibt einen eigenen Browser von google, den habe ich mir damals mal angesehen, als er neu war - und der war optisch sehr schlank, die Tabs sitzen ganz oben, es gibt nicht die klassischen, grauen Menüleisten, und so ist das beim Firefox 4 jetzt auch. Ja, ich habe auch gelesen, dass es jetzt schon den Firefox 5 gibt. Ist aber auch egal, und da haben sie plötzlich in diesem Kontextmenü die Reihenfolge der Auswahlpunkte umgedreht: Zuerst kommt das mit dem "In neuem Tab" und danach "In neuem Fenster". Das macht mich wahnsinnig! Dieser Ablauf Rechtsklick - zweite Option von oben hat sich über die Jahre dermaßen in mein Körpergedächtnis gebrannt, dass ich ihn jetzt kaum herausbekomme. Wie oft klicke ich und merke dann - NEIN! NEIN! -, dass ich ein neues Fenster öffne. Dann muss ich Millisekunden zählen, den neu aufgehenden Firefox gleich wieder schließen und ganz bewusst und langsam wieder mit rechts klicken (mit Rechts? Mir kommt das immer nominativer vor!) und diesmal den ersten Menüpunkt auswählen.

Was ganz schlimm ist: Wenn ich danach wieder mit meinem Arbeitsrechner arbeite. Und es geht Sie gar nichts an, was ich während der Arbeit im Internet zu tun habe. Dann habe ich übers Wochenende mühsam und unter Schmerzen natürliche Bewegungsabläufe unterdrückt, komme Montagmorgen ins Büro, schalte den Rechner ein und lese erst mal die Sachen, die mir zu Hause viel zu langweilig wären, klicke mit rechts auf einen Link und unterdrücke den Impuls, die zweite Option zu wählen, nein, ganz stolz und bewusst fahre ich über den ersten Menüpunkt UND ÖFFNE SCHON WIEDER EIN NEUES FENSTER! ES IST ZUM WAHNSINNIGWERDEN! Und dann willst du schnell auch dort die neue Version installieren, dann ist es wenigstens einheitlich, dann hast du wenigstens die Chance, geistig gesund zu bleiben, und dann hast du keinen Admin-Rechte und dann bittest du jemanden, dir das zu installieren, und dann sagen sie: Nein, wir bleiben aus dem und dem Grund beim Dreier. Joah.

Aber was ich eigentlich erzählen wollte: Es ist total einfach, so Tippspiele übers Internet zu organisieren, stellt man sich so Tipprunden selber zusammen so, kann man ganz einfach Leute einladen und die kriegen dann so eine Einladungsmail so und müssen sich dann selber nur noch mal einloggen mit den Daten, die da drinstehen - und als Spielleiter kann man dann so ganz einfach die Tipprunden verwalten so.

Und man lernt viel über seine Mitmenschen! Z.B. dass die ihre E-Mail-Adressen eigentlich gar nicht mehr benutzen, die machen schon länger alles über Facebook und gucken da höchstens alle paar Wochen mal rein und löschen den Spam. Oder dass die ihre E-Mail-Adresse nur so ungefähr wissen, man fragt dann noch: Ist da irgendwo ein Punkt oder ein Unterstrich, nee, ist da nicht, und dann sagen sie: Aber ich habe keine Einladungsmail bekommen, und dann fragt man: Ist da vielleicht doch irgendwo ein Punkt oder ein Unterstrich, und sie sagen: Nein, nur zwischen "web" und "de", und man sendet erneut eine Einladung, aber die bekommen sie, wie sie beteuern, wirklich nicht, und dann sagt man: Schreib mir doch bitte eine E-Mail, und dann kommt die und, Sie werden lachen, dann ist da halt doch noch so ein Punkt, aber der ist ganz klein.

Man lernt auch, dass es vielen Menschen sehr wichtig ist, zwischen Groß- und Kleinschreibung bei der E-Mail-Adresse zu differenzieren. Ich habe das Thema inzwischen einfach drangegeben, ich sage nichts, ich nicke nur. Und wenn die dann ihre Einladungsmail wirklich endlich bekommen haben sollten, sagen sie: Aber bei mir ist keine Mail von dir, dann sagt man: Die ist auch nicht von mir, sie kommt vom System, von diesem Tipprundenanbieter, und ergo mit einer Absenderadresse, die dein E-Mail-Anbieter noch nicht kennt, sieh doch bitte mal im "Unbekannt"- oder Spam-Ordner nach.

Ja, sagen sie, also bei mir ist immer alles im Posteingang, aha, sagst du, aber du bist doch auch bei web.de, da gehst du doch hin und hast einen Posteingang, der ist dreiteilig, einmal "Freunde und Bekannte", einmal "Unbekannt", einmal "Spam", nein, sagen sie, bei mir ist das nicht so, ich habe immer alles direkt im Posteingang, und du fragst: Ach, benutzt du einen E-Mail-Client, denn, so überlegst du inzwischen, das wäre ja noch eine Möglichkeit, dass sie nicht die Web-Oberfläche verwenden, sondern so ein lokales E-Mail-Programm wie früher, man erinnert sich: POP 3, und wie das dort mit dem Spam gemanagt wird - keine Ahnung, aber sie sagen: Nein, mit Internet gehe ich an meine Mails, und du fragst: Also du tippst www.web.de ein und meldest dich an, ja, sagen sie, genau, aber bei mir ist nichts angekommen und alles ist immer direkt im Posteingang und da ist kein "Unbekannt"-Ordner.

Du loggst dich als Spielleiter ein (um geistig gesund zu bleiben, hast du verschiedene Accounts angelegt mit verschiedenen E-Mail-Adressen für die verschiedenen Tipprunden), schaust nach, legst das Mitglied einfach direkt an, mit der korrekten E-Mail-Adresse, du rufst an, bitte, schau auch in deinen "Unbekannt"-Ordner, da müssten deine Zugangsdaten in der Mail stehen, es ist ein zufallsgeneriertes Passwort dabei, damit loggst du dich ein.

Unterdessen beobachtest du, wie dein eigen Fleisch und Blut, na gut: nahestehende Personen, sich einloggen und ihre Tipps abgeben wollen. Wo finde ich denn das, fragen sie. Na, steht doch alles in der E-Mail, sagst du. Nein, sagen sie, da steht nichts. Doch, sagst du, das muss da stehen. Und wenn sie den Link gefunden haben und sich einloggen sollen, steht da: Bitte loggen Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse und Ihrem Passwort ein. Du siehst dann dabei zu, wie sie statt der E-Mail-Adresse ihren Namen eingeben, du siehst, wie sie dann das Passwort von ihrem E-Mail-Account verwenden statt das zufallsgenerierte aus der Mail, du hilfst ihnen also weiter, dann schlägst du vor, gleich ein vernünftiges Passwort einzurichten, du siehst, wie sie statt auf "Passwort ändern" auf "Passwort nachsenden" klicken, dann klingelt das Telefon und du erfährst, dass da plötzlich doch ein "Unbekannt"-Ordner ist, und die Mail ist auch angekommen, aber da stehen keine Zugangsdaten drin, und du rückst dem Giersch dermaßen zu Leibe, der wird sich das gut überlegen die nächsten Jahre!

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vert, Sonntag, 26. Juni 2011, 15:38
also. ich drück ja immer auf das mausrad und in egal welcher browserversion geht dann ein reiter auf. yeeha!

das wetter ist heute aber wirklich besonders schön und der garten sieht aus wie sau und schließlich bekomme ich im august gäste und...

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nnier, Sonntag, 26. Juni 2011, 23:55
Mein Leben kommt mir plötzlich leer und sinnlos vor.

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vert, Montag, 27. Juni 2011, 13:51
oh nein! das wollte ich nicht. ich bin sehr zerknirscht.
(außerdem dürfen sie natürlich gerne weiter den nippel durch die lasche ziehen.)

etwas anderes: manchmal bin ich auch verblüfft, wie wenig technikaffin der rest der welt so ist.
sogar ich (und ich betrachte mich als ein bisschen interessiert) habe irgendwann einen rückgang meiner user-fähigkeiten bemerkt oder anders: mein "altes" wissen - also das von vorletztem jahr war nicht mehr gefragt und ich hatte keine lust mehr auf den tollen neuen kram. (auch hier gibt es übrigens eine krasse soziale selektion...). aber wie einige leute da besinnungslos rumklicksen, da fragt man sich schon, wie sie das jemals wieder aufholen wollen. kein wunder, dass die sich alle in diesem anderen internet wohlfühlen.
(ein wunder allerdings, dass aol kein größerer erfolg beschieden war...)

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kid37, Montag, 27. Juni 2011, 14:49
Bei meiner Apfelbrotdose poppen dann sogenannte "Widgets" auf, wenn ich das Mausrad drücke. Umständlicher geht's nimmer. Ansonsten empfehle ich ja gern Pop3, weil ich es mag, lokalen Zugriff auf meine Daten zu haben. Ich höre dann aber häufig, ach, so was gibt es auch? Braucht man das? - Mein persönliches Glück ist es, keine exzessiv FB-Gläubigen zu kennen. Immerhin erreichen mich Nachrichten noch im selben Internetz. (Genau, die Wiederkehr des eingezäunten AOL-Netzes.)

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mark793, Montag, 27. Juni 2011, 15:09
Habe pop3 lange praktiziert, und die Umstände, unter denen ich davon abkam, tun hier auch nichts zur Sache. Aber so richtig vermisst habe ich das Verfahren in den letzten fünf Jahren eigentlich nicht. Sicher, wenn die Serverfarmen von United Internet (oder Tante Gu, da hab ich ja auch noch ne Adresse für alle Fälle) abrauchen, wäre das ziemlich misslich. Aber auch kein Super-GAU für mich.

Ich hatte im Zuge eines Rechnerwechsels neulich mal spaßeshalber eine Archivdatei mit Mailverkehr von anno 2000-2004 ins Outlook importiert. Tja, tempi passati.

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vert, Montag, 27. Juni 2011, 15:23
ach, apfelbrotdosen, die sind natürlich auch ein anderes universum, darüber weiß ich überhaupt nichts.

ich weiß auch gar nicht, warum pop3/imap so aus der mode gekommen ist. ich habe hier alle meine mails seit meiner entdeckung des internets (~'97). davon brauche ich natürlich 90 prozent nie wieder. aber ich könnte!

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nnier, Dienstag, 28. Juni 2011, 13:26
Ich hatte sie alle, Eudora, Pegasus, Outlook Express - und habe erst neulich auf dem Rechner einer nahestehenden Person einen klassischen E-Mail-Client installiert. Was mich bei irgendeinem Rechnerwechsel vor mehreren Jahren davon weggebracht hat, war, dass ich ihn mehrere Wochen lang nicht vermisst habe - sondern es als angenehm empfunden habe, von verschiedenen Rechnern aus auf meine Mails zugreifen zu können. Ein frühes Beispiel für Cloud Computing sozusagen, und dafür nehme ich es auch gerne in Kauf, mich seit Jahren knapp unterhalb der 500-Mails-Schwelle bzw. der ebenso lächerlichen paar MB Speichervolumen zu halten, indem ich regelmäßig alte Mails lösche und Anhänge irgendwo wegspeichere. Aber zur Datenkrakenmailerei konnte ich mich bisher nicht durchringen und sooo dringend ist es immer noch nicht, dass ich jetzt ernsthaft nach Alternativen suchen müsste. Im Urlaub bouncen dann eben mal Mails (wie früher! Wie früher!), weil mein Postfach voll ist, das ist doch auch ein schönes Bild und erinnert an die überquellenden Briefkästen beim Nachhausekommen, damals, als noch Papierpost verschickt wurde.

Ich versuche ja immer, mit naheliegenden Bildern zu arbeiten, bei der Mailerei per Web-Oberfläche vs. Pop-3-Client habe ich es folgendermaßen versucht: Die Mails liegen erst mal irgendwo weit weg auf einem Server, und mit der Web-Oberfläche kannst du sie wie mit einem Fernglas ansehen, sie bleiben aber dort und es passen nur begrenzt viele dorthin. Mit deinem Client holst du sie ab, dann sind sie bei dir auf einem ganz bestimmten Computer, es dürfen beliebig viele sein, aber von anderen Computern aus kannst du sie nicht mehr sehen. Und dabei fällt mir doch glatt ein ganz wichtiger Grund ein, warum ich früher so einen Client brauchte: Da kostete die Internet-Zeit ja noch richtig Geld, ich rief also meine Mails ab, trennte die Verbindung, schrieb und beantwortete mehrere Mails gesammelt und schickte sie dann bei der nächsten Einwahl in einem Rutsch los. Das ist natürlich überhaupt nicht mehr nötig, wenn man eine schnelle Verbindung und Flatrate hat ...

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mark793, Dienstag, 28. Juni 2011, 14:11
Was mich bei irgendeinem Rechnerwechsel vor mehreren Jahren davon weggebracht hat, war, dass ich ihn mehrere Wochen lang nicht vermisst habe - sondern es als angenehm empfunden habe, von verschiedenen Rechnern aus auf meine Mails zugreifen zu können.

Ja, so ähnlich war das bei mir auch. Und richtig, schon allein die Einwahlverbindung legte es früher nahe, möglichst offline zu arbeiten. Von dem Datenvolumen meines Freemail-Anbieters habe ich selten mehr als ein Drittel augeschöpft, weil ich auch Anhänge konsequent woandershin speichere und Mails lösche (es sind nun doch mal wieder 3000 im Posteingang, aber was solls). Ich habe für alle Fälle vor Jahren auch ein Zweitkonto bei der Datenkrake angelegt, das ich aber nur für den Empfang von minderwichtigen Newslettern und Pressemitteilungen nutze. so komplett wollte ich mich Tante Gu dann doch nicht anvertrauen. Im Zweifelsfall setze ich mich lieber in Montabaur auseinander als in Mountain View.

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ilnonno, Dienstag, 28. Juni 2011, 14:44
Erstaunlich, wie Sie das alle hinkriegen. Ich habe einige Kontakte, die von den Möglichkeiten schneller Internetverbindungen auf herzerfrischende Weise Gebrauch machen.

K(unde): "Ich habe Ihnen ein paar Bilder gemailt, sind die angekommen?"
Ich: "Ja, 85 MB insgesamt. Hat eine Weile gedauert, bis die Mail draußen war, nicht?"
K: "Schon."

Ohne eigenen Server geht das wohl gar nicht (ich kenne die aktuellen Kapazitäten der freemailer nicht) und die Kunden freut es auch, obwohl sie nichts davon wissen.

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nnier, Dienstag, 28. Juni 2011, 15:00
Das wächst ja immer mit. Eines nachts bekam ich eine Mail, die anderthalb Stunden herunterlud. Da ich meine Telefoneinheiten minutenweise bezahlte, sah ich mir das alberne Filmchen, als das sich der Anhang entpuppte, dann mit eher grimmiger Miene an, auch wenn der Gag ja ganz OK ist. Aber ich entspannte mich auch wieder, als mir kurz darauf ein Bekannter, Forschungsreisender auf hoher See, von den 120.- DM erzählte, die ihn ein albernes Geburtstagsbildchen, gesendet auf sündteurer Frequenz mit geringer Datenrate, gekostet hatte. Aber man sollte das niemandem übelnehmen, woher soll man denn noch ein Gefühl für Relationen haben? Mega? Giga? Bit? Byte? Hertz? Und in einem halben Jahr ist wieder alles obsolet. Heute sendet man sich solche Filmchen gegenseitig aufs Smartphone.

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nnier, Dienstag, 28. Juni 2011, 17:14
@vert: Das geht mir ähnlich. Ich habe längst keine Lust mehr, mich mit neuen Windows-Versionen zu befassen, stelle nach der Installation alles auf "Klassische Ansicht" und weiß trotzdem, dass ich in der Systemsteuerung wieder herumsuchen muss wie eh und je. Aber womöglich ist bei mir einfach noch so ein Gefühl für gewisse Dinge geblieben - also: Was findet auf meinem Rechner statt, was auf einem entfernten Server, kann sich eine Änderung an Stelle X logisch überhaupt auf Stelle Y auswirken - oder: Dateigrößen von reiner Textdatei vs. Word-Dokument vs. Vektorgrafik vs. Foto ... und ich weiß, dass das mehr ist als man voraussetzen kann und zugleich viel weniger als man wissen könnte und vielleicht auch sollte. Das ist wohl tatsächlich ein plausibler Grund für die Wiederkehr der übersichtlichen, umzäunten Gärten sowie der praktischen "App"-Häppchen.

"Soziale Selektion" findet, was mich angeht, eben vor allem in der Welt der "Sozialen Netzwerke" statt. Ich habe da meinen Fake-Account bei FB, das Xing-Ding und StayFriends, da schaue ich alle Quartale mal rein und weiß halt ungefähr, wie das aussieht und was man so damit machen könnte. Aber als soziale Praxis ist mir das sehr fremd, und das meine ich in diesem Fall nicht wertend, sondern beschreibend: Ich stehe einfach ziemlich ratlos daneben und weiß, dass da irgendwas stattfindet, aber was genau ...? Ein elendes Rattenrennen, schätze ich, wenn man dabeisein will oder muss.

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jagothello, Montag, 27. Juni 2011, 10:37
Postmoderne Stressreaktionen. Neue Kommunikationsmuster. Sie kennen ja die Unkrautlösung, können so nerdig nicht sein.

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jean stubenzweig, Montag, 27. Juni 2011, 19:15
Rechts-links, links-rechts? Mein ständiger Festplattenerneuerer behauptete neulich doch tatsächlich, Äpfel hätten auch solche Mausfunktionen.

Ich habe mich für die Himbeeren entschienen. Und Erdbeeren gibt's auch noch. Genuß ohne klicksen und tabsen. Einfach in den Mund stecken. Und dann Nickerchen machen. Poppen mit der Drei tue ich aber auch. Den Giersch erledigt der verrentete Vermieter. Der will von diesem ganzen Internetkram überhaupt nichts wissen.

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