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Sie wissen doch. Polizeiruf 110. Sächsisch. Dieser Blonde.

Wenn man mit heißer Nadel Nachrufe stricken muss und selbst noch ganz erschüttert ist, klar, das geht nicht immer gut. Ist aber menschlich verständlich. Bei der ganz großen "Zeitung" haben sie sogar zu dreizehnt daran geschrieben und sind trotzdem nicht unfallfrei durchgekommen.

Das muss dem Mann bei der faz wirklich nahe gegangen sein.
Wenn man mit heißer Nadel Nachrufe stricken muss und selbst noch ganz erschüttert ist, klar, das geht nicht immer gut. Ist aber menschlich verständlich. Bei der ganz großen "Zeitung" haben sie sogar zu dreizehnt daran geschrieben und sind trotzdem nicht unfallfrei durchgekommen.

Das muss dem Mann bei der faz wirklich nahe gegangen sein.
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Man kann 4,30 EUR beim konventionellen Bäcker für ein Kilo Dinkelbrot bezahlen. Ganz schön happig. Oder nehmen wir das Bio-Rinderhack von Plus, Kilo knapp 10.- EUR. Im Bioladen dann: 18.- EUR. Wenn man sich mal was Feines gönnen will, kann man in Greetsiel frische Seezunge kaufen, hmm, lecker, kein billiges Vergnügen, aber für 30.- oder 35.- EUR / Kilo ein wahrer Gaumenschmaus.
Diese Schokoladen von Hachez, hier aus Bremen: Echt gut! Kosten mit fast 20.- EUR / kg natürlich auch mehr als doppelt soviel wie die bekannten, einfachen Markenschokoladen. Na, und dann Lindt, so ähnlich eigentlich.
Der Spargel ist ja auch so ein edles Gemüse, hmm, man muss ja nicht den billigsten nehmen, und der kostet dann auch mal seine 8.- oder 9.- EUR pro Kilo, wenn die beste Zeit vorbei ist, so wie die Erdbeeren halt in ihren Schälchen.
Man kann ein Kilo Kaffee für 6.- EUR bekommen, oder man nimmt besseren, oder sogar besseren und fair gehandelten, dann ist man auch mal bei 15.- EUR für ein Kilo. Der ganz besonders gute Espresso kostet knapp 18.- für 1000g.
Steht man an der Käsetheke, dann ist neben dem Angebotsgouda für 5.- EUR auch so ein alter Edelkäse, der zwischen 30.- und 40.- EUR pro Kilo kostet. Davon gönnt man sich an besonderen Tagen auch mal ein Stückchen.
Tja-ja, das sind dann aber auch Preise, Junge, Junge, da erwartet man dann auch das Besondere, wenn man wirklich mal soviel ausgibt. Ich meine, man gönnt sich eben auch mal was, sagen wir: einen alten, gut gereiften Käse oder luftgetrockneten Schinken, darin steckt ja auch viel Arbeit und Können und es werden nur die besten Ausgangsprodukte verwendet.
Wobei - irgendwo ist dann auch Sense! Wenn man so in die Region von 40.-, 50.-, 60.- EUR / Kilo kommt, das ist dann irgendwo auch nicht mehr zu rechtfertigen; bei feinen Pralinen vielleicht, und natürlich bei einem Produkt, das aus Fischabfällen, Insekten und Algen zusammengepresst wird, klar.

Diese Schokoladen von Hachez, hier aus Bremen: Echt gut! Kosten mit fast 20.- EUR / kg natürlich auch mehr als doppelt soviel wie die bekannten, einfachen Markenschokoladen. Na, und dann Lindt, so ähnlich eigentlich.
Der Spargel ist ja auch so ein edles Gemüse, hmm, man muss ja nicht den billigsten nehmen, und der kostet dann auch mal seine 8.- oder 9.- EUR pro Kilo, wenn die beste Zeit vorbei ist, so wie die Erdbeeren halt in ihren Schälchen.
Man kann ein Kilo Kaffee für 6.- EUR bekommen, oder man nimmt besseren, oder sogar besseren und fair gehandelten, dann ist man auch mal bei 15.- EUR für ein Kilo. Der ganz besonders gute Espresso kostet knapp 18.- für 1000g.
Steht man an der Käsetheke, dann ist neben dem Angebotsgouda für 5.- EUR auch so ein alter Edelkäse, der zwischen 30.- und 40.- EUR pro Kilo kostet. Davon gönnt man sich an besonderen Tagen auch mal ein Stückchen.
Tja-ja, das sind dann aber auch Preise, Junge, Junge, da erwartet man dann auch das Besondere, wenn man wirklich mal soviel ausgibt. Ich meine, man gönnt sich eben auch mal was, sagen wir: einen alten, gut gereiften Käse oder luftgetrockneten Schinken, darin steckt ja auch viel Arbeit und Können und es werden nur die besten Ausgangsprodukte verwendet.
Wobei - irgendwo ist dann auch Sense! Wenn man so in die Region von 40.-, 50.-, 60.- EUR / Kilo kommt, das ist dann irgendwo auch nicht mehr zu rechtfertigen; bei feinen Pralinen vielleicht, und natürlich bei einem Produkt, das aus Fischabfällen, Insekten und Algen zusammengepresst wird, klar.

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Es ist ja schon so, dass ich Billie Jean für ein gutes Stück Musik halte, und dann gab's vom selben 83er Album noch den Mitgröhler Beat it - ansonsten hat mich am musikalischen Schaffen des Michael J. wenig beeindruckt oder gar interessiert. Eher schon gestört, da er in einer schlechten Zeit am Eindruck des Stillstands und der verzweifelten Ideenlosigkeit eines von mir geschätzten Musikers nicht ganz unbeteiligt war. Während ich dem am Reißbrett entworfenen Say Say Say immerhin noch handwerkliche Qualität bescheinige, das Video war mir übrigens wie immer herzlich egal, fielen für beide Seiten noch am Reißbrett entworfene schreckliche Schnulzen ab, die dann auf den jeweiligen Alben untergebracht wurden. Bah.
Einmal, in Frankreich, auf einer weithin misslungenen Urlaubsreise, musste ich sein damals aktuelles Album Bad im Auto rauf- und runterhören, 3:1 gegen mich, und dass es noch schlimmer ging (das aktuelle Album der Communards befand sich auf der anderen Cassettenseite), tröstete mich nur schwach. Ich hielt dann erbarmungslos mit obskuren B-Seiten einzelner, wenig bekannter Mitglieder von Yes und Genesis dagegen.
Was dann noch kam, ging weithin an mir vorbei. Klar, man empörte sich darüber, dass der King of Pop irgendwie den Beatles-Songkatalog gekauft hatte und dass Paul McCartney nun Tantiemen berappen musste, wenn er seine eigenen Lieder spielte. Aber das war, so dachte ich, eben auch das Ergebnis eigener Blödheit oder eigenen Geizes, jedenfalls von seiten des Herrn McCartney selbstverschuldet, der ja seinerseits auch nie zimperlich war, wenn es um Geschäfte mit musikalischen Besitzständen ging. Mir wurscht. Eher freute es mich, dass Jackson offensichtlich nicht auf Teufel-komm-raus die Beatlesstücke zu Geld machen wollte. Zumindest hatte ich eine Zeit lang befürchtet, dass mir meine Lieblinglieder durch Missbrauch in Werbespots verleidet werden könnten. Und das geschah nicht.
Natürlich bin ich kein Freund von Kindesmissbrauchern; aber was mich nachdenklich stimmte, damals, als aus dem Helden plötzlich Monster und Witzfigur wurde, war, wie jemand öffentlich gedemütigt und zum Freak gestempelt wurde, der mit Identitäten herumgespielt hatte. Auf eine Weise, die für viele offenbar zutiefst verstörend war. Neger ist Neger, Mann ist Mann, und wenn sich da jemand plötzlich äußerlich immer weniger vereindeutigen lässt, kommen anscheinend ganz rustikale Gefühle und Abneigungen zum Vorschein, die sich dann in tumben Michael-Jackson-Witzchen usw. äußern. Und so kam die anrüchige Kindergeschichte eben auch genau recht, um den Alien zum Monster zu stempeln. (Noch heute früh hieß es beim Spiegel pietätvoll "Michael Jackson tot: Monster und Genie", Datum: 26.06.2009, 10:15 Uhr. Kategorie: Unterhaltung Quelle: Spiegel.de. Tags: Genie Jackson Michael Michael Jackson Monster tot. zur vollständigen News ..., inzwischen ist man bei Das monströse Genie).
Das alles hat seine zwei Seiten, denn auch ich habe meine Zweifel, ob plastische Chirurgie und extreme Weltflucht ins eigene Neverland der Weg zur Erleuchtung sind. Aber die Wucht, mit der hier gegen unscharfe Geschlechter- und "Rassen"-Bilder gewütet wurde, während andere, fragwürdige Konstruktionen wie z.B. dickhosige Gangstas oder die ganzen Fick-mich-Sängerinnen niemals so plump diffamiert wurden, beunruhigte mich wesentlich mehr, als ich über die ewigen und naheliegenden Verhöhnungen lachen konnte.
Beruflicherdings erfuhr ich vor einigen Monaten von den anberaumten Auftritten in London, wettete selbstverständlich auf eine Absage, "größte Rückabwicklung aller Zeiten" usw., denn, so meinte ich, selbst unter Anwendung aller Tricks (Playback usw.) sei Michael J. unter keinen Umständen den körperlichen Anforderungen an ein Konzert, geschweige denn 50 Konzerte, gewachsen. Und wer hätte sich einen alten Michael Jackson eigentlich vorstellen können?
Trotzdem erschrak ich heute früh. Schade, dass es so enden musste.
Einmal, in Frankreich, auf einer weithin misslungenen Urlaubsreise, musste ich sein damals aktuelles Album Bad im Auto rauf- und runterhören, 3:1 gegen mich, und dass es noch schlimmer ging (das aktuelle Album der Communards befand sich auf der anderen Cassettenseite), tröstete mich nur schwach. Ich hielt dann erbarmungslos mit obskuren B-Seiten einzelner, wenig bekannter Mitglieder von Yes und Genesis dagegen.
Was dann noch kam, ging weithin an mir vorbei. Klar, man empörte sich darüber, dass der King of Pop irgendwie den Beatles-Songkatalog gekauft hatte und dass Paul McCartney nun Tantiemen berappen musste, wenn er seine eigenen Lieder spielte. Aber das war, so dachte ich, eben auch das Ergebnis eigener Blödheit oder eigenen Geizes, jedenfalls von seiten des Herrn McCartney selbstverschuldet, der ja seinerseits auch nie zimperlich war, wenn es um Geschäfte mit musikalischen Besitzständen ging. Mir wurscht. Eher freute es mich, dass Jackson offensichtlich nicht auf Teufel-komm-raus die Beatlesstücke zu Geld machen wollte. Zumindest hatte ich eine Zeit lang befürchtet, dass mir meine Lieblinglieder durch Missbrauch in Werbespots verleidet werden könnten. Und das geschah nicht.
Natürlich bin ich kein Freund von Kindesmissbrauchern; aber was mich nachdenklich stimmte, damals, als aus dem Helden plötzlich Monster und Witzfigur wurde, war, wie jemand öffentlich gedemütigt und zum Freak gestempelt wurde, der mit Identitäten herumgespielt hatte. Auf eine Weise, die für viele offenbar zutiefst verstörend war. Neger ist Neger, Mann ist Mann, und wenn sich da jemand plötzlich äußerlich immer weniger vereindeutigen lässt, kommen anscheinend ganz rustikale Gefühle und Abneigungen zum Vorschein, die sich dann in tumben Michael-Jackson-Witzchen usw. äußern. Und so kam die anrüchige Kindergeschichte eben auch genau recht, um den Alien zum Monster zu stempeln. (Noch heute früh hieß es beim Spiegel pietätvoll "Michael Jackson tot: Monster und Genie", Datum: 26.06.2009, 10:15 Uhr. Kategorie: Unterhaltung Quelle: Spiegel.de. Tags: Genie Jackson Michael Michael Jackson Monster tot. zur vollständigen News ..., inzwischen ist man bei Das monströse Genie).
Das alles hat seine zwei Seiten, denn auch ich habe meine Zweifel, ob plastische Chirurgie und extreme Weltflucht ins eigene Neverland der Weg zur Erleuchtung sind. Aber die Wucht, mit der hier gegen unscharfe Geschlechter- und "Rassen"-Bilder gewütet wurde, während andere, fragwürdige Konstruktionen wie z.B. dickhosige Gangstas oder die ganzen Fick-mich-Sängerinnen niemals so plump diffamiert wurden, beunruhigte mich wesentlich mehr, als ich über die ewigen und naheliegenden Verhöhnungen lachen konnte.
Beruflicherdings erfuhr ich vor einigen Monaten von den anberaumten Auftritten in London, wettete selbstverständlich auf eine Absage, "größte Rückabwicklung aller Zeiten" usw., denn, so meinte ich, selbst unter Anwendung aller Tricks (Playback usw.) sei Michael J. unter keinen Umständen den körperlichen Anforderungen an ein Konzert, geschweige denn 50 Konzerte, gewachsen. Und wer hätte sich einen alten Michael Jackson eigentlich vorstellen können?
Trotzdem erschrak ich heute früh. Schade, dass es so enden musste.
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Sie werden mir sowieso nicht glauben, was mir vorhin in der Innenstadt widerfuhr. Es passt zu gut zum aktuellen Thema.
Vier äußerst attraktive junge Damen kamen mir entgegen. Sie trugen ein großes, buntes Pappschild. Ich war gerade noch dabei, dessen Aufschrift zu entziffern ("Gratis-Umarmung", meinte ich zu erkennen, tss!) und fragte mich, was da wohl tatsächlich stehe, denn da spielt einem die Phantasie ja gerne mal einen, äh, Freudschen Verleser, doch schon wurde ich aufs Entzückendste angelächelt, ein Paar Arme breitete sich aus, und man fragte mich: "Wollen Sie mitmachen?" - "Äh." - "Es ist für einen guten Zweck, fürs Rote Kreuz!" - "Äh. Ich soll dabei wohl fotografiert werden, hm?" - "Ja, aber das wird nicht veröffentlicht." - "Bedaure, nein!", sprach mein Mund und meine Beine liefen weiter.
"Hoffentlich geraten diese lieben, guten Menschen nicht an unwürdiges, rohes Volk - Rowdys oder Rüpel, die mit ihrer edlen Gesinnung Schindluder treiben", ging es mir durch den Kopf, bevor mir die unbestreitbaren humanitären Verdienste des Roten Kreuzes bewusst wurden und mir also der Gedanke kam, dass man nicht immer nur nehmen darf, sondern auch mal geben muss, und es ist ja für einen guten Zweck.
Ich bin dann noch den ganzen Nachmittag durch die Stadt ge
Vier äußerst attraktive junge Damen kamen mir entgegen. Sie trugen ein großes, buntes Pappschild. Ich war gerade noch dabei, dessen Aufschrift zu entziffern ("Gratis-Umarmung", meinte ich zu erkennen, tss!) und fragte mich, was da wohl tatsächlich stehe, denn da spielt einem die Phantasie ja gerne mal einen, äh, Freudschen Verleser, doch schon wurde ich aufs Entzückendste angelächelt, ein Paar Arme breitete sich aus, und man fragte mich: "Wollen Sie mitmachen?" - "Äh." - "Es ist für einen guten Zweck, fürs Rote Kreuz!" - "Äh. Ich soll dabei wohl fotografiert werden, hm?" - "Ja, aber das wird nicht veröffentlicht." - "Bedaure, nein!", sprach mein Mund und meine Beine liefen weiter.
"Hoffentlich geraten diese lieben, guten Menschen nicht an unwürdiges, rohes Volk - Rowdys oder Rüpel, die mit ihrer edlen Gesinnung Schindluder treiben", ging es mir durch den Kopf, bevor mir die unbestreitbaren humanitären Verdienste des Roten Kreuzes bewusst wurden und mir also der Gedanke kam, dass man nicht immer nur nehmen darf, sondern auch mal geben muss, und es ist ja für einen guten Zweck.
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There are places I'll remember"Rasieren Sie sich trocken oder nass?", sprach mich eine adrette Frau reifen Alters unvermittelt an.
All my life though some have changed
(The Beatles)
"Bittewas?", war meine Antwort, "woher rührt die Frage?", und ich überlegte kurz, ob es damit zusammenhinge, und wenn, ob ich deswegen auch gleich aller Welt, so adrett sie auch auftreten mag, auskunftspflichtig sei, doch man sprach schon ganz adrett weiter: "Weil, wenn Sie sich trocken rasieren, Sie die Chance haben, an einer Studie teilzunehmen. Sie können damit einfach und schnell Geld verdienen."
Ich sah mich um, auf dem Vorplatz vor dem großen Haus, das ich (Zi. 1055) heute auch aufsuchen musste, und stellte fest, dass man hier tatsächlich gute Chancen hat, auf mangelhaft rasierte Menschen zu treffen, die zudem, so vermute ich, einem "schnellen Euro" nicht alle grundsätzlich abgeneigt sind. Und im nachhinein bedaure ich meine allzu vorschnelle, professionell freundlich vorgetragene negative Antwort, denn schon als die Dame auf die Ansammlung rauchender und herumstehender Menschen zuging, überlegte ich, dass man so etwas doch auch mal mitgemacht haben sollte. Beim nächsten Mal also, sofern es nicht um Arzneimitteltests geht, werde ich weniger reflexhaft reagieren und eine voreilig ausgesprochene Entscheidung nötigenfalls revidieren.
Sonst geht es mir immer wieder wie damals, in der Hamburger Farm ("Ein Hamburger aus der Hamburger Farm / Der schmeckt mir so famos / Ja, so ein Leckerbissen / Da wird reingebissen / Denn der macht mich stark und groß" - der Freddy Farmburger Song), dem ersten Schnellrestaurant US-amerikanischer Prägung, das in meiner Heimatstadt eröffnete und sich, so meine ich, im Besitz der Schnellfischrestaurantkette (oder Fischschnellrestaurant?) Nordsee befand.
Mein beleibtester Mitschüler feierte dort seinen Kindergeburtstag, was mir damals vollkommen seltsam erschien. Am Geburtstag, da gab's doch zu Hause Kakao und Kuchen, Topfschlagen und Eierlaufen, und man lernte die Zimmer und die Eltern seiner Freunde kennen, und man rannte dann irgendwann wild draußen herum und spielte Silberpfeil gegen die Zylonen!?
Manche freuten sich dennoch auf den Besuch in dieser Frühversion einer Burgerbraterei, man versammelte sich dann mit bunten Papphüten in einer kleinen, bunten Hütte und wurde dort mit Limonade und Fastfood vollgestopft.
"Ich mag aber keine Hamburger", behauptete ich, denn ich hatte gelernt, dass diese ungesund seien und überhaupt ganz ekelhaft schmeckten. Und widerstand im Lauf der nächsten Stunden jedweder Animation, es doch wenigstens zu probieren, sah den anderen beim Vertilgen unglaublicher Mengen zu und kaute auf meinen trockenen Pommes Frites herum. Zum Abschied, nach irgendwelchen animierten Spielen, sollte es erneut zu einer Bestellung kommen, ich bemerkte den nervösen Blick des beleibten Vaters in seine Brieftasche, und diesmal ließ ich mich von der Animateurin widerstrebend überreden, wenigstens einen kleinen Hamburger in einer Verpackung aus Pappe mitzunehmen.
Zu Hause angekommen stellte ich das Ding in den Backofen. Es roch gut. Ich biss in das knusprige Brötchen. Es schmeckte gut. Und noch heute muss ich an die vielen verpassten Hamburger denken, die ich nur aus Sturheit an jenem Tag nicht gegessen habe, verdammt noch mal.
Oder nehmen wir das Überraschungsei - genauso schlimm! Wir bekamen, wieder auf einem Kindergeburtstag, jeder eines. Und da ich so begierig auf den Inhalt war, legte ich die beiden Schokoladenhälften achtlos an den Rand meines Tellers, während ich das alberne Plastikspielzeug umständlich zusammenbaute. "Kannst du haben", sagte ich zu einem Jungen, der neben mir saß und die gute Kinderschokolade auch gleich aufaß. Und noch während er kaute, wurde mir schlagartig klar, dass ich einen furchtbaren Fehler begangen hatte. Aber ich wagte nicht, mein Angebot zu widerrufen.
Nichts als verpasste Gelegenheiten, das ganze Leben lang. So oft, wie ich dieses leckere Überraschungsei schon bereut habe, frage ich mich, ob ich diese Lücke jemals werde füllen können. Ich fürchte, selbst mit einem ganzen Zimmer voller Überraschungseier (später, wenn ich mal Millionär bin) wird mir das nicht mehr gelingen.
Und bis weit ins Erwachsenenalter, ja, bis in die jüngste Vergangenheit spannt sich der Bogen. Sie alle kennen ja sicherlich den Einkaufswagenchip, jenes "pfiffige Produkt", für das ein ehemaliger Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler einst auf offiziellem Ministeriumspapier warb, damals, als die Einkaufswagen alle umgerüstet wurden und man sie fortan nur noch gegen 1.- DM Münzenpfand von der Kette lassen konnte, und mich überraschte doch sehr die Tatsache, dass man einen Plastikchip von der Größe eines Markstücks für deutlich mehr als 1.- DM verkaufen konnte, bis der Markt gesättigt war und man dazu überging, sie als Werbegeschenke zu verteilen.
Vor einigen Jahren nun bekam ich von meiner Liebsten einen Einkaufswagenchip geschenkt, von dem andere Menschen träumen. Er war aus Metall, matt gebürstet, mit einem diskreten Werbeaufdruck vom Baumarkt versehen und hatte am äußeren Rand Zacken nach Art eines Kreissägeblattes. Wie gerne hatte ich diesen Chip! Wie angenehm war das haptische Erlebnis! Und gesund war er bestimmt auch, da gibt es doch diese Akupressurpunkte.
Ich war im Baumarkt. Der Chip steckte im Wagen. Ich verlud die langen Bodendielen schwitzend auf den Dachgepäckträger. Das letzte Paket in der Hand, wurde ich von einem älteren Herrn angesprochen, ob er den Wagen haben könne. Er könne mir ja seinen Chip geben, dann müsse er nicht extra so weit laufen, um einen Wagen zu holen, und ich müsse meinen nicht extra so weit zurückbringen. Die Situation war verzwickt. Der Mann war freundlich und ein Türke. Mir fiel keine Notlüge ein, und ihm zu erklären, dass das aber mein Lieblingseinkaufswagenchip sei, stellte ich mir kompliziert vor, irgendwo im Hinterkopf befürchtete ich, man könne mir dies als dumme Ausrede auslegen, denn tatsächlich hätte ich nur etwas gegen Ausländer, und die Zeit lief.
"Nehmen Sie ihn", sagte ich unglücklich, und es zerriss mir das Herz, als ich einen abgenutzten, gelben Plastikchip von EDEKA entgegennahm, ich wäre am liebsten hinterhergelaufen und habe dies aus reiner Feigheit nicht getan. Aber was wäre schon die kleine Blamage, das von mir befürchtete (und im Falle des Eintretens leicht zu behebende) Missverständnis gegen die langfristigen Folgen, die ich seelisch davongetragen habe? Das ist jetzt gut zwei Jahre her, und wenn ich seitdem nur jeden zweiten Werktag einkaufen war, dann heißt das trotzdem, dass ich inzwischen etwa vier- bis fünfhundertmal an meinen schönen Kreisssägenchip gedacht und einen schmerzliches Verlustgefühl empfunden habe.
Though I know I'll never lose affection
For people and things that went before
I know I'll often stop and think about them
In my life I'll love you more
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