Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Dienstag, 9. Juni 2009
Gleich noch einer
nnier | 09. Juni 2009 | Topic Gelesn
Kotz!

(Es geht mir nicht um Pietät, es geht um den unlustigen Witz von der Stange, herausgewürgten Müll, der im Grabbeltisch des Geistlosen besser mal liegengeblieben wäre, ganz unten drin. Ressortleiter Wirtschaft. Exakt solcher Schund vertreibt den Qualitätshumor aus den Innenstädten.)

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So jung
nnier | 09. Juni 2009 | Topic Musiq
Guten Abend, Norddeutscher Rundsfunk. Ha ha ha.

Wie mache ich das jetzt bloß. Ich will denen ja keine Klicks schicken. Mist.

Folgendes: Ich bekam gerade ein Tondokument zu hören, das mir ausgesprochen gut gefällt. Genauer gesagt grinse ich beim Schreiben und wische mir zwischendurch die Tränen der Rührung aus den Augen. So jung, so lustig.

"Wir machen eine Ausweiskontrolle. Alle Jugendlichen unter 18 Jahren mussen diese Lokal verlassen."

Ach, egal, woanders gibt's das nun mal nicht: Klick!

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Sonntag, 7. Juni 2009
Assi auf Schäfisch: Sorry, Mucke
nnier | 07. Juni 2009 | Topic Musiq
Jeder Popanz hat einen Sohn, nur der Assi kriegt's nicht hin.
(Rudi Assauer, aus dem Gedächtnis zitiert)
Sorry, Mucke.
(Rudi Assauer, zit. n. SpiegelBILDFriseur)
Beim Friseur bekomme ich nicht nur die gelegentliche Spinalnervenerregung kostenlos, sondern auch das Radioprogramm ohne GEZ-Aufschlag. Und somit hätte ich glattweg etwas Neues erfahren, nämlich dass der sympathische Biermacho und Frauenhauer ("Aber ich lege Wert darauf, dass ich sie nicht ins Gesicht geschlagen habe!") Rudi Assauer sich mit seiner Exlebensgefährtin Simone Thomalla eine nächtliche Klopperei inkl. In-die-Eier-Treten geliefert hat, und zwar auf Sylt. Aber es war nichts Neues, denn von allüberallher waren die sehr scharf fotografierten und, schlagt mich, irgendwie gestellt aussehenden Fotos des Tathergangs längst auf mich eingeströmt, so dass ich gar nicht dazu kam, über die Europawahl nachzudenken.

Ich dachte eher über die öffentliche Reaktion des ehemaligen Assi-Mucke-Werbepartners und Rollrasenarenannamensgebers und neuerdings, auch das geht an mir trotz weitgehender TV- und Schmuddelmedienabstinenz nicht vorbei, Macho-Macho- (Assi-Willis)-Werbepartners nach, der verlauten ließ: Also das finden wir nicht so toll. Frauen schlagen in der Öffentlichkeit, kann der das nicht zu Hause, unsere schöne Werbekampagne

Ist es nicht eher so, fragte ich mich, dass Assi, seit er dem unsympathischen Russengasclub abhandenkam, deutlich weniger Medienpräsenz und also Werbewert aufzuweisen hat? Und wer kommt eigentlich auf die Idee, mit einem Bundesligamanager zu werben? Außer, wenn der über den Namensgebungsdeal der Fußballarena mitentscheidet? Oder: Machen da vielleicht alle augenzwinkernd ein Spiel mit, wenn sich nun auch die Tochter der Thomallaschen zu Wort meldet und bekundet, der Assi, der sei halt so ein richtiger Mann?
Es gibt ein Lied davon, dass Gott die Liebe segnet
Es gibt ein Lied davon, wenn's rote Rosen regnet
Es gibt ein Lied davon, dass der Traumtyp dir begegnet
Doch was uns zwei zusammengeführt
Hat man nie komponiert.
Kaum wollte ich über die Europawahl nachdenken und also im Auto das Radio einschalten, musste ich stattdessen über den Deutschen Schlager nachdenken. Wie wäre es, fragte ich mich, wenn man mich beauftragte, eine Schlagerparodie zu verfertigen?

Nun, ganz einfach, ich nähme ganz schlimm verhallten Gitarrenklang, die zwei nächstliegenden Harmonien und dann aber auch zwei Hanseln, die gar nicht singen können. Bleibt die Frage: Was sollen sie nicht singen können?

Scheinbar unbeholfen tät' ich dann ein paar Versatzstücke aus dem Schlagerbaukasten gewaltsam zusammenfügen, Gott und den Traumtypen in eine Strophe zwängen, was nicht passt, würde passend gemacht ("davon, wenn's"), oder, Sie werden's gemerkt haben, man hat "nie komponiert", was "uns zwei zusammengeführt", he he. So unsinniges Zeug halt.

Heinz Strunk hat das übrigens mal sehr schön in seinem Programm "Mit Hass gekocht" vorgeführt. Vorhang mal kurz auf für Bernhard Voss, den singenden Zeitsoldaten, mit Schäferstündchen:



Natürlich käme ich im Gegensatz zu Herrn Strunk nicht auf eine Götterzeile wie "I love you heißt auf Schäfisch 'Mäh'!", daran muss man ja richtig arbeiten, aber müsste ich so auf die Schnelle irgendeinen Unsinn raushauen, mal sehen,
Aber leider, leider nein
Es gibt kein Lied von uns Zwein

Doch dass mit uns grad ein Wunder geschieht
Das erzählt noch kein Lied
so Dumpfbackenzeug halt, und, mal sehen, ich muss irgendwie auch Paul McCartney unterbringen, Sie wissen, das ist so eine persönliche Marotte von mir und außerdem eine Reminiszenz an Marianne Rosenberg, hm ... ja, so:
Es gibt ein Lied davon, dass der Bossanova Schuld ist
Es gibt ein Lied davon, dass Paul McCartney Kult ist
Chr-hrr, "Schuld" und "Kult", entschuldigung, aber das war ja nur so ins Blaue, so ungefähr könnte man's jedenfalls machen, und dann zwei Hanseln nehmen und ihnen sagen: Wenn ihr den Playbackauftritt absolviert, bewegt euch bitte möglichst unbeholfen und vor allem: Nicht lippensynchron singen, das verwirrt die Leute nur.

Aufmerksam studierte ich während der Fahrt die Europawahlplakate, sinnierte über die parallelen Paralleluniversen "Brüssel" sowie Dt. Schlager - vor einer Weile z.B. war vor der Bremer Stadthalle mal ein Mörderstau, viele dicke Autos aus dem Umland bildeten kilometerlange Schlangen, und ich frug: Ist heute ein großes Konzert? AC/DC? U2? Nein, lautete die Antwort, es ist Andrea Berg. Wer bitte? Na, Andrea Berg, die erfolgreichste deutsche Sängerin überhaupt, jedes Album kommt auf Platz eins. Die Recherche erinnerte mich dann wieder an Strunk bzw. den Singenden Zeitsoldaten, der das Segment "Volksmusik mit säuischem Einschlag" besetzen möchte. Frau Berg ("Als 42-jährige Frau muss man sich anstrengen, damit die Männer einem hinterhergucken") kleidet sich nämlich so, wie ich es meinem Sohn nie erlauben würde.

Als dann endlich die Berichterstattung zur Europawahl angekündigt wurde, gleich nach dem nächsten Musikstück, hörte ich zu meinem wachsenden Entsetzen das hier:



Und so kam ich dann doch nicht mehr dazu, über die Europawahl nachzudenken.

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Freitag, 5. Juni 2009
The Ship That Never Came In
nnier | 05. Juni 2009 | Topic Art

Gerade gefunden: Ein schönes Animationsfilmchen des hierzulande wenig bekannten Comic-Künstlers Kim Deitch, dessen grandiosen Werken ich erstmals in Robert Crumbs Weirdo-Magazin begegnete. Knapp hinter den nostalgischen Bildern lauert der Wahnsinn. Aber das Filmchen ist ganz milde und soll euch angenehm ins Wochenende geleiten. Ton und Film ab!

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Donnerstag, 4. Juni 2009
Hautgout
nnier | 04. Juni 2009 | Topic In echt
"Was haben Bananen und Mädchen gemeinsam? Sie sind besonders lecker, wenn sie ein bisschen verdorben sind, harhar!"

Es wundert mich ja immer wieder, dass Bananen billiger als Äpfel sind. Das Kilo kostet gerne mal 99 Cent. Äpfel dagegen, wenn sie essbar sein sollen, um die 3 Euro.

Bananenquark

Neulich war ich für ein paar Tage an der Elbmündung. Mir fielen unterwegs an einigen Bauernhöfen die Schilder auf: "Äpfel zu verkaufen", oft gab es an der Straße einen unbemannten Verkaufsstand mit einer "Kasse des Vertrauens". Da ich meinte, nicht genügend Zeit zu haben und erst mal mein Ziel finden wollte, verzichtete ich auf den kurzen Halt und nahm mir vor, später dann schöne regionale Äpfel zu kaufen.

In den Geschäften dann die gewohnt absurde Situation, dass man mitten in einem Apfelgebiet keine "hiesigen" Äpfel bekommt, sondern nur welche aus Neuseeland oder Chile (und übrigens auch chinesische Birnen). Es will mir nicht in den Kopf.

Bananenquark

Als ich wieder zurückgekehrt war, fand ich eine von außen bräunlich verfärbte Banane vor, deren Duft die ganze Wohnung erfüllte. Ich freute mich. Denn was man pur nicht mehr essen mag, ergibt in anderer Form ein köstliches Dessert. Kids, aufgepasst!, man kann Essen selbermachen: Die reife Banane mit der Gabel grob zerdrücken. Je reifer, desto besser, notfalls mit weniger reifen Bananen ergänzen (siehe Abbildung oben), insgesamt so Stücker drei bis vier.

Nun zwei Becher Sahnequark, einen halben Becher Sahne und einen bis zwei Esslöffel Zucker in eine Schüssel geben, die zerdrückten Bananen dazu und alles vermischen. Nicht zu stark verrühren oder gar quirlen, denn es müssen am Ende noch fühlbare Strukturen bleiben.

Bananenquark

Wie jetzt, viel Sahne? Wie jetzt, viel Zucker? Ja, was glaubt ihr denn, was in den Fruchtzwergen ist? Und das hier, das schmeckt wenigstens, mjamm!

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Dienstag, 2. Juni 2009
Zeitalter der Aufklärung
nnier | 02. Juni 2009 | Topic In echt
(Inspired by.)

Zu den schönsten Erinnerungen an meine Schulzeit gehört die an den Aufklärungsunterricht. Nicht, dass ich es als zirka Vierzehnjähriger besonders genossen hätte, der Klasse aus dem Buch Zeig mal vorzulesen, und zwar, wenn ich mich recht erinnere, Worte, die einem (nackt abgebildeten) Mädchen in den Mund gelegt wurde. Ich weiß ja nicht, wie das heute so ist, Kids, aber damals war man als Junge mit vierzehn Jahren nicht unbedingt erpicht darauf, etwas vorzulesen, das so ungefähr ging: "Das ist meine ... und am liebsten habe ich es, wenn ..."

Das war mindestens so peinlich wie die szenische Lesung aus Frank Wedekinds Frühlings Erwachen, zu der ich von einer Deutschlehrerin genötigt wurde. Ich las den Moritz, ein guter Freund den Melchior.
Moritz: Hast du sie schon empfunden?
Melchior: Was?
Moritz: Wie sagtest du?
Melchior: Männliche Regungen?
Moritz: M-hm.
Melchior: - Allerdings!
Moritz: Ich auch - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Melchior: Ich kenne das nämlich schon lange! - Schon bald ein Jahr.
Moritz: Ich war wie vom Blitz gerührt.
Melchior: Du hattest geträumt?
Moritz: Aber nur ganz kurz... von Beinen im himmelblauen Trikot, die über das Katheder steigen - um aufrichtig zu sein, ich dachte, sie wollten hinüber. - Ich habe sie nur flüchtig gesehen.
Melchior: Georg Zirschnitz träumte von seiner Mutter.
Wir hätten, so sagte man uns hinterher, die Szene sehr lebensecht "rübergebracht", besonders das "M-hm" und das "Ich auch", allerdings nahm ich dieses Lob doch mit eher gemischten Gefühlen entgegen.

Ganz schlimm hatten sie uns einige Jahre zuvor erwischt. Wir sollten eines Tages aus heiterem Himmel "versaute Witze" erzählen und ahnten natürlich nicht, worauf das hinauslief. Kaum jemand traute sich, einer aber, der mir nicht ganz unähnlich sah, kam nach und nach in Fahrt und wurde, von Lachsalven getragen, immer weiter angestachelt, Schüler- und Lehrkörper bogen sich vor Lachen, und so angefeuert kramte er immer tiefer in seiner Erinnerung und förderte zuletzt noch aus Grundschultagen irgendwelche Fickifickiwitzchen zutage, z.B. den, den O. damals immer erzählt hatte:
Kriegt ein Mann einen Papagei geschenkt. Steht er morgens auf und will sich rasieren und der Papagei ruft: "Schneid dich nicht! Schneid dich nicht!"
Sagt der Mann: "Sei still! Ich muss mich rasieren!"
Ruft der Papagei wieder: "Schneid dich nicht! Schneid dich nicht!" - "Ruhe!" - "Schneid dich nicht! Schneid dich nicht!" - "Wenn du das noch einmal sagst, dann steck ich dich ins Klo!" - "Schneid dich nicht! Schneid dich nicht!"
Nimmt er den Papagei aus dem Käfig und steckt ihn ins Klo und macht den Deckel zu. Nach ner Zeit kommt die Frau von dem Mann und geht aufs Klo. Setzt sie sich drauf und der Papagei ruft: "Hast dich ja doch geschnitten!"
Als die letzten Lachtränen getrocknet waren, folgte Teil zwei der Aufgabe: "Nun erklärt ihr die Witze, die ihr erzählt habt."

Ich habe ja generell etwas dagegen, Witze zu erklären, allerdings hatte ich selten so sehr etwas dagegen wie an jenem Tag. Da denke ich lieber mal schnell an etwas anderes.

Nehmen wir mal die Grammatikstunde, in der es darum ging, woran man Nomen erkennen kann, nämlich an bestimmten Wortendungen wie "-keit" oder "-ung" oder "-nis". Auf der Suche nach Beispielen kam Mitschüler D. nicht nur mit dem Vorschlag "Doofkeit" ganz groß heraus. Noch origineller war nämlich, nach "Ärgernis", "Hindernis", "Finsternis", "Erfordernis" etc., sein Beitrag zu dieser Nomengruppe ("Penis").

Was mich ans Galgenraten erinnert. Die lange Mittagspause (es handelte sich um eine Ganztagsschule) füllten wir nicht immer nur mit Theater-AGs oder der Pflege des Schulgartens, nein, es kam auch vor, dass wir Telefonzellen anzündeten oder Rattengif an der Tafel "Galgenraten" spielten, jenes lehrreiche Spiel für Groß und Klein, bei dem man sich, ach, Galgenraten kennt doch jeder, und, nachdem irgendjemand damit einen Lacherfolg erzielt hatte, lautete zeitweilig jedes zweite zu erratende Wort "Penis", ja, es war einer dieser Momente, in denen etwas komisch ist, nur weil man es komisch findet, und, ganz im Gegensatz zu jener frühen Kindheitserfahrung, die man irgendwann einmal gemacht haben sollte, nämlich jener, dass ein Witz nicht lustiger wird, wenn man ihn mehrmals erzählt, wurde es mit jedem Mal komischer, immer wieder ging jemand zur Tafel, zeichnete die fünf Striche hin ("_ _ _ _ _ "), und unter absurdem Getue rieten die anderen immer wieder die Lösung ("P E N I S") oder fragten zuerst alle anderen Buchstaben des Alphabets ab, bis der Galgen fast komplett war, um dann im letzten Moment "P, E, N, I, S" zu raten und vollkommen überrascht zu tun.

Einmal jedoch geriet das Spiel ins Stocken. Jemand hatte "P" geraten, doch wurde der Buchstabe an die letzte Stelle geschrieben. "Ein anderes Wort also diesmal", dachten wir und strengten uns beim Raten ordentlich an. Allerdings kamen wir bis zum Schluss nicht auf die Lösung ("S I N E P").

Wenn ich's mir recht überlege, hätte aus manchen von uns durchaus ein Jonathan Meese ("Er versieht Abbildungen von Hitler und Stalin – und von sich selbst – mit riesigen Penissen [...]") werden können, und das nicht nur, weil auch bei uns die adidas-Trainingsjacken nie aus der Mode kamen. Denn auch auf unseren Tischen, in den Büchern, an den Wänden und überhaupt auf jeder erdenklichen Fläche waren schematische Darstellungen des primären männlichen Geschlechtsmerkmals zu finden, hie edingschwarz, da kreideweiß, dort kuliblau, und so irritierte es mich doch, dass an einem bestimmten Tag, als ein weiteres, auf einfache geometrische Grundformen reduziertes Exemplar die Tafel zierte, unser Lehrer, statt es wie üblich wortlos wegzuwischen, plötzlich sprach: "Ich dachte, das hätten wir langsam hinter uns!" und damit unmittelbar klarmachte, was bevorstand: Wir haben mal wieder Aufklärung.

Routiniert wurden wir mit den Facts of Life vertraut gemacht, waren inzwischen ja auch älter und reifer, cool hörten wir uns die Vorträge an, keiner kicherte, niemand errötete, und auch die Lehrerschaft atmete sichtlich auf, offenkundig erleichtert ob der Tatsache, dass Vorgänge und Tatsachen benannt werden konnten, ohne minutenlanges Gejohle auszulösen. Kurz vor der Pause wurden schließlich sogar Kondome ausgepackt, Tampons aufs Pult gelegt, Damenbinden präsentiert, Lehrerin und Lehrer verließen zufrieden den Klassenraum, "Das lassen wir euch da, das könnt ihr euch ja noch angucken." Ich folgte den beiden, um mich frischzumachen und fragte mich auf meinem Weg durch den Flur, warum plötzlich alle so reif und vernünftig geworden waren. Aber so ist das wohl, wenn man älter wird, überlegte ich, ging zurück zur Klasse, öffnete die Tür - und war glücklich.

Aufgeblasene Kondome hingen an der Decke, rot angemalte Damenbinden klebten links und rechts des Eingangs im Zickzackmuster an der Wand, und unter den anfeuernden Rufen der anderen hatte R. einen Tampon in den Tafeleimer getaucht, der darin auf das Hundertfache seiner ursprünglichen Größe anschgeschwollen war. Nun wirbelte er ihn in wilder Kreisbewegung gröhlend über seinem Kopf, stinkendes Tafelwasser verspritzend, bis die zentrifugalen Kräfte die Reißfestigkeit des bläulichen Fädleins überstiegen und der ganze Klumpen schmatzend an eine Wand flog. "Noch einen! Noch einen!", rief die Klasse und jemand ging den Tafeleimer neu füllen.

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