Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Freitag, 25. Juli 2008
Lieblingsreim
nnier | 25. Juli 2008 | Topic Gelesn
Liebe Sonne scheine
Auf meine kalten Beine
Lieber das Geld versaufen
Als ein paar Stiefel kaufen
Hottentotten grüne Motten heißt das Buch, dem ich dies entnehme, ein wirklich schönes 70er-Jahre-RoRoRo-Taschenbuch von Prä-Tigerenten-Janosch.

(Überhaupt: RoRoRo- und dtv-Bücher! Das war sehr gute Jugendliteratur für 3,80 DM, fällt einem so auf, wenn man auf Heimatbesuch ist und in die Bücherregale schaut.)

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Dienstag, 22. Juli 2008
Post von Frau Berg
nnier | 22. Juli 2008 | Topic Gelesn
Zu müde, um nach den Gründen zu recherchieren, aber dass die Werke der Frau Berg von der Titanic und anderen, eigentlich geschmackssicheren ("Geschmackssicher heißt doch auch wieder nur, dass der Geschmack sich mit deinem deckt!" - "Ja, klar!") Medien und Menschen geringgeschätzt werden, ist mir nicht entgangen.

Ich habe noch nicht verstanden, woran das liegt; auch nach der Lektüre zweier Romane (Inhalt: gepflegter Weltekel) nicht.

Unregelmäßig erhalte ich Post von ihr, darin steht dann z.B.:
So wie es in Deutschland ein Sport zu sein scheint, Babys einzutöpfern, scheint ganz Österreich plötzlich unterkellert. Wie viele Menschen wohl gerade jetzt, in jenem Moment, da sie Zeitung lesen, und ich Zeitung schreibe, in irgendwelchen Bunkern hocken oder Verließen mag keiner zu sagen, denn die wirre Idee hinter dem einbunkern ist, dass man die Gefangenen Nicht findet. Und vermutlich funktioniert das auch öfter, als wir, die Guten, uns vorstellen können. Wird eines gefunden, ist eine Woche ein großes ein Getöse in den Medien, Psychologen und Polizisten, verschollene Angehörige und vor allem Nachbarn haben ihre 5 Minuten Ruhm und zeigen ihr erschüttertes Gesicht. Die Aussagen sind immer die gleichen: Er/Sie war so nett. Unauffällig. Ein guter Vater/Mutter, das konnte keiner ahnen ich habe Angst. Zu Recht hast du Angst, lieber Nachbar, dann der Kern der meisten Menschen ist das Böse, und es braucht nur einen kleinen Ausrutscher, um die Contenance fahren zu lassen. Zack sitzt man in der eigenen Hölle und die Welt hat sich gegen einen verschworen. Ein Wutanfall, Eifersucht, das Gefühl alle Menschen zu hassen, sie zu sehen, mit ihren Tiergesichtern, ihren Krallen, und zu glauben, nur weil man über die Welt nachdenkt müsse die dasselbe tun.
Dass diese Mailtexte augenscheinlich durch kein Lektorat gegangen sind, stört mich nicht weiter ("Ha! Plötzlich stört es nicht! Ausgerechnet!" - "Es ist aber wahr, mag wohl mit dem Format E-Mail zusammenhängen, dem eine gewisse Eile und Formlosigkeit immanent ... " - "Ach, hör doch auf!"). Man kann sich hier für die Mailingliste anmelden und sollte dies natürlich nur dann tun, wenn man etwas anfangen kann mit Texten wie diesem:
Das Alter ist mir näher als die Jugend. Hier in den Apennin liegt Tiedoli. Vielleicht eine Alternative für mich. Frau Deutsch, eine Journalistin, hatte ein Buch über ein wunderbar klingendes Altenprojekt geschrieben.
Junge arbeitslose Leute aus der Region renovieren ein verlassenes Bergdorf, einsame Alte werden dort angesiedelt . Alle haben zu tun, die Region stirbt nicht aus und Friedenstauben fliegen. Da ich mich immer mehr dafür interessiere, was man im Alter so macht, wenn man es nicht geschafft hat reich zu werden, wollte ich diesen Ort unbedingt sehen. Ich stellte mir ein großes Dorf vor, in dem rattenvergnügte Alte mit weissen Taschentüchern aus lebenslustigen Fenstern winken, und arbeitslose Junge mit Rastahaaren semmeln herum und haben Zukunftsaussichten.
Was ist: ein verlassener Weiler, eine Kirche, eine kleine Bar und zwei Häuser mit ein paar Alten darin, mit denen ich aber nicht sprechen darf, wie mir Frau Lagasi von der Gemeinde, die für das Projekt zuständig ist, barsch erklärt,. Es gäbe da eine Absprache mit Frau Deutsch, die die Exlusivrechte hätte. Exklusivrechte an was? An zwei Häusern? 10 Alten? Die Welt ist so ein dummer Ort, und vermutlich möchte Frau Deutsch nur nicht, dass einer drauf kommt, dass es dieses tolle Altenprojekt gar nicht gibt, mit dessen Beschreibung sie ein ganzes Buch gefüllt hat. Vielleicht war sie auch nur in Herrn Tommasini verliebt, diesen unglaublich charismatischen Lokalpolitiker, dessen Namen sie auf jeder Seite ca 5 mal nennt? Wir werden es nie erfahren, und ich denke, dass es so ist , wenn man älter ist. Man ahnt, dass die meisten Geschichten nicht mehr sind, als aufgebauschter Mist, und kaum etwas besteht, im Tageslicht.
War das früher besser? Als ich noch Illusionen hatte?

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Gelber Schein
nnier | 22. Juli 2008 | Topic In echt
Nicht, dass es nicht normal wäre, innerhalb von Minuten auf Blog-Einträge zu antworten; das machen sie alle mit ihrer abgenutzten "F5"-Taste.

Dennoch, bevor hier weitere Anfragen eintreffen:
Ich liege sozusagen flach und stoße regelmäßig Luft mit bis zu 160 km/h (45 m/s) durch Mund oder Nase aus. Eine exakte Kausalzuordnung des einzelnen Niesens (Sommergrippe vs. Allergie) ist dabei nicht in jedem Fall möglich, dies bestätigt auch der Hausarzt, man bedarf jedoch der Schonung und verbringt reichlich dizzy Zeit in seinem - und anderen - digitalen Wohnzimmern.

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Montag, 21. Juli 2008
"Biermensch", 2008, Buntstift auf Karteikarte
nnier | 21. Juli 2008 | Topic In echt


(Wenn man ein so wunderbares Werk von der Künstlerin persönlich geschenkt bekommt und dieses sogar mit einer persönlichen Widmung versehen ist, dann weiß man einfach nicht, wohin mit seinem Stolz.)

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Montag, 21. Juli 2008
Musikredakteure bei der FR
nnier | 21. Juli 2008 | Topic Gelesn
"McCartney, McCartney, der von den Beatles, wie heißt der noch gleich mit Vornamen?"
"Puh ... guck am besten im Lexikon nach!"
"Ach, warte, jetzt weiß ich's wieder"

[Gespeichertes Beweisfoto]

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Frakturierung
nnier | 20. Juli 2008 | Topic Gelesn
Schönfte gnädige Frau, nehmt auch noch diefen Blumenstrauß von mir und alle Blumen aus meinem Garten und alles, was ich habe. Ach, könnt ich nur für Euch ins Feuer fpringen!
Aus gegebenem Anlass habe ich mir kürzlich das Insel-Büchlein No. 224 angeschafft.* Außen gewohnt geschmackvoll gestaltet, innen: Frakturschrift.
"Ich brauche fo notwendig noch frifche Blumen zu meiner Maske," fuhr die Gärtnerin von neuem fort, "wo er auch ftecken mag!" - Die Kammerjungfer fuchte und kicherte dabei immerfort heimlich in fich felbft hinein. - "Sagteft du was, Rofette?" fragte die Gärtnerin fpitzig.
Wenn ich Frakturschrift lese, klingt die leise Stimme in meinem Kopf anders als sonst; es ist ungefähr so, als spreche ein vornehmer, gebildeter, weißhaariger Herr zu mir. Er ist auf altmodische Weise gut gekleidet, legt erkennbar Wert auf gepflegtes Auftreten, hat aber mit seinen "dritten" zu kämpfen, wodurch seine Aussprache einige Besonderheiten aufweift.
Ich hatte nun immer nur Angft vor dem Poftillon, daß der gleich wieder zu blafen anfangen würde. Ich horchte am Fenfter, aber es war alles ftill draußen. Laß ihn blafen! dachte ich, zog mich aus und legte mich in das prächtige Bett. Das war nicht anders, als wenn man in Milch und Honig schwömme! Vor den Fenftern raufchte die alte Linde im Hofe, zuweilen fuhr noch eine Dohle plötzlich vom Dache auf, bis ich endlich voller Vergnügen einfchlief.
Ich bekunde regelmäßig meine Aufmerksamkeit, nicke dem freundlichen Greis zu, bemühe mich, ihn nicht zu irritieren oder unnötig zu unterbrechen. Er spricht konzentriert und sorgfältig; dass ihm dies einige Mühe bereitet, kann er nicht ganz verbergen.

"Was, Er will mich hier ausfchimpfen? Ich bin Gärtner gewefen, eh Er daran dachte, und Einnehmer, und wenn Er zur Stadt gefahren wäre, hätte Er die fchmierige Schlafmütze vor mir abnehmen müffen, und hatte mein Haus und meinen roten Schlafrock mit gelben Punkten."
Die Stimme meines Fraktur-Vorlesers trägt zu meinem Lesevergnügen nicht unerheblich bei, denn sie betont aufs Angenehmste die Altertümlichkeit des Lesestoffs (Erstveröffentlichung des Taugenichts: 1826).
Und nun dann, da es fo gekommen ift, ihr zwei lieben, lieben, närrischen Leute! Fchlagt den feligen Mantel um euch, daß die ganze andere Welt rings um euch untergeht - liebt euch wie die Kaninchen und feid glücklich!
Nach Beendigung seines Vortrags zieht der alte Herr sich zur Mittagsruhe zurück. Ich nehme mir vor, ihn von nun an öfter zu besuchen.

* Ja, man kann den Text auch umfonft lesen - doch wäre das nicht ein reichlich schales, unsinnliches Vergnügen?

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False friend
nnier | 20. Juli 2008 | Topic Sprak
Ein Vergleich der beiden Seiten zeige, dass sie virtuell identisch seien.

Man muss ja nicht jede Vokabel kennen, ich tue das auch nicht - aber wenn man so einen Artikel für die FAZ schreibt, liest den dann keiner vor der Veröffentlichung durch? Fragt sich denn keiner, was "virtuell identisch" eigentlich heißen soll?

("Virtually" heißt "so gut wie", "fast", "geradezu"! Die beiden Seiten seien also "geradezu identisch", klagt der Kläger!)

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Freitag, 18. Juli 2008
Erstgespräch
nnier | 18. Juli 2008 | Topic Brainphuq
Vielleicht mögen Sie ein wenig über sich erzählen. Einfach das, was Ihnen so spontan einfällt. Wir möchten Sie einfach ein wenig kennenlernen. Es gibt hier kein "Richtig" oder "Falsch". Vielleicht mögen Sie einfach anfangen ...?

Ich habe immer gerne die Gifticks gelesen. Schade, dass es die nicht mehr gibt. Fix und Foxi war sonst nicht so mein Fall, Kauka insgesamt, aber die Gifticks waren gut. Und Pauli mochte ich auch.

Mhm, mhm. Was verbinden Sie mit dem ... Pauli, nicht?

Das war ganz toll, als Rubbelbild gab's den, ich bin fast das erste Mal allein zu Pelka, so hieß das Kiosk, habe mir dort Rubbelbilder gekauft, und der Pauli, der sah so niedlich aus. Auf mein weißes Bettgestell habe ich den ganz vorsichtig aufgerubbelt. Ja.

Mhm. Was fällt Ihnen sonst noch zu sich ein, gibt es da ...

In der Grundschule war ein Mädchen, einmal hat die mir auch ganz viel Geld geschenkt und ich habe das nicht ausgehalten und hab's meinem Vater erzählt und dann musste ich das zurückgeben und dann war die sauer auf mich, das habe ich nicht verstanden, und die hat mir mal gesagt, dass sie von ihrer Mutter umsonst Schlümpfe bekommen kann und dass sie mir jede Woche sechs Schlümpfe mitbringen wird und ich habe mich schon so darauf gefreut und dann hat sie nie welche mitgebracht, mich immer nur vertröstet, nur einmal dann so einen gebrauchten Brillenschlumpf.

Wie war das für Sie?

Ja, wie wäre das denn für Sie, wenn man Ihnen Schlümpfe verspräche und dann bekämen Sie doch keine? Fänden Sie das etwa toll? Soll ich mich da noch freuen oder wie?

Hmm, mhm. Bleiben Sie doch bitte sitzen. Was gibt es noch? Etwas, das Sie besonders gefreut oder geärgert oder auch traurig ...

Ich habe einen schlimmen Verlust machen müssen. Ich kann heute endlich drüber sprechen. Aber es ist ... [atmet gepresst aus]

Sie müssen hier nichts erzählen, es liegt ganz bei Ihnen.

Spock. Ich habe Der Zorn des Khan mit meinem Freund im Kino gesehen. Nach dem Kino mussten wir noch ein Stück zusammen gehen. Ich wollte cool sein und habe noch Witze über Spocks Tod gemacht. Dafür schäme ich mich heute noch. Erst als ich allein war, konnte ich heulen.

Das verstehe ich. Das kann ich gut verstehen. Da haben Sie sich aber gefreut, als der nächste Film herauskam, hm?

Auf der Suche nach Mr. Spock! Ja, das hat bei mir ein Stück weit auch zur Heilung beigetragen, sag ich mal. Ich meine, stellen Sie sich das bitte mal vor, das war 1983, 84, da war in Deutschland nichts mit Star Trek! Da konnte ich schon froh sein, wenn mir meine Oma den Gong, diese Fernsehzeitschrift, aufgehoben hat! Da habe ich diese Filme als Fotoromane rausgerissen und gesammelt und immer wieder angesehen! Immer wieder gelesen! Das war nicht wie heute, alles voll, alles im Internet, alles auf Video! Es gab nichts!

Mhm, mhm. Sie haben ...

[Unterbricht] Erst mit 16, 17 habe ich mir so ein Enterprise-Modell aus Amerika bestellen können. Für ganz viel Geld!

Mhm ... Sie haben eben gesagt, das sei so was wie, ich übernehme das jetzt einfach mal, eine, ja, "Heilung" gewesen. Wovon wollten Sie geheilt werden? Gibt es da vielleicht noch etwas? Vielleicht auch heute?

Ich komme einfach nicht darüber hinweg, dass die Beatles sich getrennt haben.

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Better, better, better, better, better, better,
nnier | 18. Juli 2008 | Topic Musiq
waaaaaaah!

Na na na nananana ...

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