Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Mittwoch, 31. März 2010
Mantra Mantra
nnier | 31. März 2010 | Topic Ja nee
Wie erkläre ich das jetzt nur. Als ich heute im Fotoladen meine Ware entgegennahm und bezahlte, sprach die Verkäuferin: "Entschuldigen Sie noch mal!", und ich entgegnete: "Sie können ja nichts dafür. Außerdem wollte ich mich sowieso umbringen."

Sie entgegnete: "Wenn Sie das vorhaben, funktioniert die Kasse nicht!", ich grinste und nahm die Vergrößerungen unter den Arm. Beim Verlassen des Ladens bemerkte ich überrascht, dass hinter mir Menschen waren und mich seltsam ansahen. Ich war schon halb zur Tür hinaus, als ich die Verkäuferin rufen hörte: "Wenn Sie das vorhaben, bleiben Sie lieber ...", mehr verstand ich nicht und versuche seither diese Szene zu verdrängen. Die ja nur durch folgenden Impuls zustandekam: "Ach, richtig, die Fotos sind bestimmt fertig! Die hole ich mal eben ab." (Signalwort "Mal eben" - der Kenner weiß: Es folgen zahlreiche "und dann").

Vor mir nur eine (1) Person, die gerade schon zahlt, ihr Portemonnaie wieder einsteckt und beiläufig sagt: "Die bekomme ich hier doch weiter, oder?" (offensichtlich ging es um Fotoecken), und auch die Antwort der Verkäuferin war noch harmlos: "Ja, die kriegen wir regelmäßig rein, ich kann Ihnen die aber auch als Kundenbestellung besorgen."

"Ja, das wäre nett."

Nun wurden irgendwelche Dinge auf ein großes Formular geschrieben, ich sah mir unterdessen die Bilderrahmen an, die Verkäuferin verkündete, dass sie eine Anzahlung nehmen müsse, bis hierhin war alles zwar zeitraubender als gedacht, aber noch im Toleranzbereich. Das Drama begann, als die Anzahlung von der Kasse nicht akzeptiert wurde. Sie versuchte es mehrfach. Sie rief die Kollegin an. Sie versuchte es wieder. Sie ließ sich die Nummer der EDV-Abteilung geben. Sie rief diese an. Und während Kunden in den Laden kamen und diesen irgendwann achselzuckend wieder verließen, während die anzahlungswillige Kundin verzweifelt auf die Uhr sah, während die Verkäuferin immer wieder dieselben Arbeitsschritte durchführte, während sie ihrem technischen Helfer ständig neue Misserfolgsmeldungen durchgab, formte sich in meinem Kopf immer deutlicher ein unwiderstehliches Mantra:

ICHBRINGMICHUM!
ICHBRINGMICHUM!
ICHBRINGMICHUM!

Die Fotos sind gut geworden, aber erklären Sie Ihren vom Sehen bekannten Nachbarn mal den Kontext einer solchen Bemerkung, es ist zum Haareraufen, und soll ich morgen lieber noch mal einen Bilderrahmen kaufen, auch wenn die keine schönen haben?

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