Mein erster Anlauf scheiterte grandios: Die neue Bildschirmbrille nagelte mir jedes Pixel so gleißend und hyperrealistisch auf die Netzhaut, dass ich stark getönte Gläser gebraucht hätte. Zugleich nahm der Bildschirm selbst, eigentlich modern rechteckig, fröhlich gerundete und ansprechend asymmetrische Retro-Formen an. Für das schicke Gestell bekam ich Komplimente; die Brille verlor ich lieber zügig.
Parallel hatte ich mir eine Gleitsichtbrille aufschwatzen lassen, die mich subjektiv einen halben Meter wachsen und bei jedem Schritt bedenklich wanken ließ, so dass ich mich permanent festhalten musste und die ersten Wege nur auf zwei Personen gestützt zurücklegen konnte. Noch heute wird mir unwohl, wenn ich das Ding gelegentlich aufsetze, um mit morgentrüben Augen etwas zu entziffern, denn immerhin das ermöglicht diese Brille, wenn ich in einem ganz bestimmten Winkel hindurchschaue.
Aber mehr auch nicht - ein paar Versuche, sie beim Spazierengehen zu tragen, verleideten mir ebendiese Spaziergänge gründlich. Statt zu entspannen, strengte mich meine Seerunde plötzlich an, auf dem Fahrrad verunsicherte mich die verzerrte Sicht extrem, und "können Sie auch beim Autofahren tragen" wollte ich meiner Umwelt erst recht nicht antun.
Das ist nun viele Jahre her, so dass ich die finanziellen Folgen eines solchen Brillendoppelschlags inzwischen überwinden konnte, zudem komme ich ohne Sehhilfe insgesamt noch gut zurecht - doch aufgemuntert durch mein liebes Kind, das sich selbst eine neue Brille besorgen wollte, betrat ich vor einigen Wochen beim gemeinsamen Heimatbesuch mehrere Geschäfte, um "mal zu gucken".
Verblüffend nun, dass ich ausgerechnet beim verpönten Marktführer nicht nur Gestelle fand, die mir zusagten, sondern auf über die Maßen freundliche, geduldige und zugewandte Art beraten wurde. Ein kostenpflichtiges Augen-Screening fragte ich selbst an und weiß nun, dass mein Augeninnendruck in Ordnung ist und wo meine Blinden Flecken sind. (Wirklich faszinierend, die eigene Augenrückwand!)
Freue mich also auf zwei neue Brillen, eine zum Lesen, eine für die Ferne, und die könnte ich mir bequem in eine hiesige Filiale liefern lassen - aber das wäre nicht richtig, das will ich bei genau der kompetenten und sympathischen Augenoptikerin zu Ende bringen, die sich so viel Zeit genommen und mir keinen teuren Unsinn aufgedrängt hat. Fast hätte ich sie ins Café nebenan eingeladen.
Parallel hatte ich mir eine Gleitsichtbrille aufschwatzen lassen, die mich subjektiv einen halben Meter wachsen und bei jedem Schritt bedenklich wanken ließ, so dass ich mich permanent festhalten musste und die ersten Wege nur auf zwei Personen gestützt zurücklegen konnte. Noch heute wird mir unwohl, wenn ich das Ding gelegentlich aufsetze, um mit morgentrüben Augen etwas zu entziffern, denn immerhin das ermöglicht diese Brille, wenn ich in einem ganz bestimmten Winkel hindurchschaue.
Aber mehr auch nicht - ein paar Versuche, sie beim Spazierengehen zu tragen, verleideten mir ebendiese Spaziergänge gründlich. Statt zu entspannen, strengte mich meine Seerunde plötzlich an, auf dem Fahrrad verunsicherte mich die verzerrte Sicht extrem, und "können Sie auch beim Autofahren tragen" wollte ich meiner Umwelt erst recht nicht antun.
Das ist nun viele Jahre her, so dass ich die finanziellen Folgen eines solchen Brillendoppelschlags inzwischen überwinden konnte, zudem komme ich ohne Sehhilfe insgesamt noch gut zurecht - doch aufgemuntert durch mein liebes Kind, das sich selbst eine neue Brille besorgen wollte, betrat ich vor einigen Wochen beim gemeinsamen Heimatbesuch mehrere Geschäfte, um "mal zu gucken".
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