Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Sonntag, 16. Januar 2011
Agenda 2011 die erste
nnier | 16. Januar 2011 | Topic In echt
Es war nicht einfach, zum einen sicher krankheitsbedingt - und es geht mir übrigens auf die Nerven, wenn ich dieses blöde Gerede von "Männergrippe" höre, seit Jahren diese Leier: Hach, nur wir Frauen wissen, was echte Schmerzen sind, wir haben alle geboren, wir sind ja immer so duldsam, und kaum hat ein Mann mal einen Schnupfen, da jammert er rum - Arschlecken, es ist andersrum, wir Männer halten so lange den Mund, wie es geht, und wenn es dann so weit ist, dann labern wir nicht ewig: Ach, ich weiß nicht, ich müsste mal zum Sport gehen, aber ich fühle mich nicht so ganz, vielleicht sollte ich trotzdem, und vielleicht wäre das gerade gut, aber, ich weiß nicht, vielleicht bleibe ich doch lieber zu Hause, obwohl, manchmal muss man sich ja nur überwinden, ich glaube, ich gehe doch, oder soll ich es lieber nicht machen, am Ende verschleppe ich da noch was, aber ich würde ja so gerne, obwohl, wahrscheinlich lasse ich es doch besser bleiben, sag doch mal was - sondern wir sind still, machen das mit uns selber aus, sagen dann: Ich kriege Halsschmerzen, sagen später: Ich muss mich hinlegen, und dann legen wir uns hin, und wenn dann kommt: Vielleicht kannst du ja heute die Steuererklärung machen, dann sagen wir: Nein, denn ich bin krank und möchte mich ausruhen, und dann heißt es: Das Klo müsste mal geputzt werden, und wir sagen: Ja, allerdings bin ich krank und will mich ausruhen, das sagt auch der Arzt: Legen Sie sich hin, vermeiden Sie unnötige Anstrengungen, und dann tönt es: Vielleicht kannst du das große Bild ja in Ruhe andübeln, und man sagt: Gewiss, recht bald will ich das tun, bloß heute nicht, heute bin ich krank und will im Bett bleiben, und dann heißt es: Sei doch nicht gleich so aggressiv - es ist ja dermaßen als kulturelle Mainstreamfigur anerkannt, alleine das sollte einen doch misstrauisch machen, dass alle schmunzeln und sagen: Genau so ist es, hi hi, Männerschnupfen!, und wie peinlich ist das eigentlich, dass es in den Einkaufszentren jetzt manchmal so einen Männerhort gibt, wo die Frauen (Shopping! Kennt ihr doch! Ha! Ha! Meine Freundin auch immer so: Ich will shoppen gehen! Ha! Ha!) ihre Männer abgeben können, damit die da Bier trinken und Fußball gucken können, wie Männer halt so sind, hi hi, und wir gehen mal in Ruhe Geld ausgeben, und die Männer zücken seufzend die Brieftaschen und werfen sich Blicke zu, kennste doch, was willste machen, wenn die Damen mal wieder Schuhe "brauchen", da wird schicksalsergeben gegrinst und Augen gerollt und Arme ausgebreitet, gib erst mal ein Bier, wie steht's denn bei Werder, und die Tochter fängt auch schon so an, will mit den Freundinnen "shoppen", da reichen 20 Euro nicht, prost!, was willste machen - was für ein fauliges, verschorftes, verrottetes Geschlechterbild das ist, was für ein widerliches Menschenbild das ist, sind denn alle total verblödet inzwischen, und wie infantil kann man eigentlich noch werden, Männerhort im Shoppingcenter - mein Arsch! Und wenn ich mal krank bin, dann bin ich eben krank! Punkt!

Jedenfalls habe ich noch nicht viel abschmelzen können, zum anderen nämlich, weil ich auf die Idee kam: Guck doch mal die Bücher durch, wenigstens die aus dem einen Fach in deinem Zimmer, und es bildete sich ein Stapel von Lesestücken, die ich teilweise durchaus schätze, die ich aber trotzdem nicht mehr lebenslang besitzen möchte - sagen wir: Der gute Taschenbuchkrimi, die irgendwie ganz interessante Studie - und diese stellte ich nicht an die Straße, diese brachte ich nicht zum Altpapiercontainer, sondern ich stellte sie bei booklooker zum Verkauf, einer durchaus empfehlenswerten Handelsplattform für Bücher, die ich als Alternative zu den Platzhirschen ganz gerne nutze. Hinterher hatte ich 25 Bücher eingestellt, fast drei Stunden Zeit verbraucht - und die Stapel liegen hier immer noch.* Auf diese Art, fürchte ich, wird das nichts werden. Ich kann zwar nicht alles verschenken und wegwerfen, muss aber deutlich radikaler werden. Somit habe ich für diese Woche als echte Abgänge lediglich zu vermelden:

- 1 dreiteilige Klappmatratze
- 1 alten Schulranzen

(Und für diese Klappmatratze muss irgendwann Ersatz beschafft werden, leider, aber ich zähle sie jetzt mal mit.)

--
*Ha! Erste Bestellung eingegangen: "Mondscheintarif" von Ildikó von Kürthy, Preis: 0,25 EUR, allerdings geht davon noch die Provision ab. Und fragen Sie nicht, wieso ich dieses Buch hatte.

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