Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
didas
nnier | 15. Mai 2015 | Topic Todesbiest
In den 80ern sah ich bei fliegenden Händlern in Italien genau die Sporttaschen und Trainingsanzüge, die ich unbedingt haben wollte, die aber meist zu teuer waren. Hier lag das Zeug zu Spottpreisen am Straßenrand, und qualitativ war kein wirklicher Unterschied auszumachen. Bloß dass ein Buchstabe fehlte.

Also kaufte ich nichts - zu unerquicklich die Aussicht, als Träger billiger Fälschungen verspottet zu werden, zumal mir selber schon die ersten Witze eingefallen waren: "Hallo ndreas, was geht b" und so weiter, "Ich kaufe ein a", war klar jewesn.



Aber was heißt hier Fälschungen, es kann einem ja keiner verbieten, seine Sportartikel mit dem Aufdruck "didas" zu versehen, oder? (Und wenn man die Tasche im Klassenraum geschickt plaziert hätte - einen Teil der Tasche hinter dem Tischbein - was könnte man dafür, dass die menschliche Wahrnehmung diesen fatalen Hang zur Mustervervollständigung hat?)

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Firma Aseikon einen ähnlichen Weg gegangen ist. Stellen Sie sich also vor, der Sekundenzeiger wäre gerade über dem A und der Stundenzeiger über dem N - manche munkeln sogar, diese beiden Buchstaben seien mit einer besonders leicht ablösbaren Farbe aufgedruckt worden - aber wahrscheinlich ist das bloß ein Zufall, man überlegte halt: Wie kann denn unsere neue Uhrenmarke heißen, vielleicht Acitizenn oder Akienzlen oder Arolexn, hm, klingt alles nicht schlecht, aber was haltet ihr von Aseikon.



Man findet nicht viel über diese Marke im Internet. Einerseits heißt es, das sei eine Marke aus Hong Kong gewesen, die Billigwerke verschiedenster Hersteller verbaut habe. Dann wieder las ich irgendwo, dass Aseikon eine der zahllosen Exportmarken der DDR gewesen sei, und zumindest die grüne und die blassblaue wirken auf mich durchaus so: Das langsame Ticken erinnert an die Standardwerke der Ruhla-Uhren, und bestimmte Ausdrücke wie "Colombo Style", "Shocktested" etc. klingen mir nach genau jener irgendwie-englischen Fantasiesprache, die zu weniger anglisierten Zeiten in Deutschland verwendet wurde.

Der Hammer aber ist das sinnlose "DAY | DAT" auf den Zifferblättern, denn es wird ja nur der Tag im Monat (Date) angezeigt, nicht der Wochentag (Day). Aber das musste man im Planungsbüro für Ersatzwirtschaft und Devisenbeschaffung vermutlich nicht wissen.



Cool aussehen tun sie durchaus, finde ich, wobei die eine zu schnell rennt und die andere gerne mal stehenbleibt. Für meine erste, die grüne, habe ich auf jeden Fall zu viel bezahlt. Aber irgendwie gönne ich das dem Schalck-Golodkowski.

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