Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Montag, 5. April 2010
Ins Unermessliche
nnier | 05. April 2010 | Topic Spam
Sagen wir mal so, ich habe mich damals durchaus gefreut, als die Besucherzahlen in diesem Blog durch die Decke gingen und zweistellig wurden. Es war dann wohl nur eine Frage der Zeit, bis man auf mich aufmerksam wurde, denn heute erhielt ich Post, und zwar keine gewöhnliche, sondern elektronische.



Sehr geehrte(r) BlogbetreiberIn, so schreibt man mir, und es ist ja wirklich keineswegs gesichert, ob ich ein Mann oder eine Frau bin, da haben die sich tatsächlich Gedanken gemacht - ebenso wie über die Frage, ob das kryptische "nnier" einen wie auch immer gearteten Zusammenhang mit meiner Identität hat, weshalb man wohlweislich auf eine namentliche Anrede verzichtete.



Sehr geehrte(r) BlogbetreiberIn, wir sind auf Sie durch Ihren Blog aufmerksam geworden und haben uns entschlossen Ihnen eine Einladung zu schicken.

Das muss man sich mal vorstellen! Die haben mein Blog gefunden und sind dadurch auf mich aufmerksam geworden! Nun bin ich aber gespannt.

Seit kurzen gibt es bei Farcebook eine Seite die sich Blogger United nennt und diese möchte, wie der Name schon sagt, alle Blogger miteinander dort verbinden.

Jetzt muss ich mich erst mal setzen. Das ist ja sa-gen-haft, so eine Idee! Blogger miteinander verbinden - man hätte eigentlich drauf kommen können.

Von diesem Farcebook hört man ja auch so viel. Die haben sich wirklich gut überlegt, warum sie alle Blogger dieser Erde gerade dort miteinander vereinen wollen: Wir haben Farcebook dafür gewählt, da die Beliebtheit von Farcebook immer weiter ins unermessliche steigt und wir erkannt haben, wie man das für uns Blogger doch recht gut nutzen kann.

Ich kenne mich mit diesen technischen Computersachen nicht so aus, aber zum Glück erklären die mir das noch mal genau:

Und zwar kann man mittels Farcebook Dinge unwahrscheinlich schnell bekannt machen und wir dachten uns dabei, dass wir die Besucherzahlen aller Blogs damit sehr stark erhöhen können, wenn wir eine Community aufbauen, die alle Blogger auf der Welt verbinden kann.

Ich finde das gut, dass die da so was Tolles wie Farcebook gefunden haben, die haben bestimmt überall rumgesucht und dann gesagt: Also, Farcebook, das ist wirklich am besten, denn damit kann man die Besucherzahlen aller Blogs sehr stark erhöhen, also nehmen wir Farcebook.



Ziemlich praktisch was Farcebook einem da so ermöglicht und wir konnten nach der kurzen Zeit schon über mehrere hundert begeisterte Fans finden, die auch täglich [...] und so weiter, ich finde das auch toll, dass die gleich so richtige Fans haben, denn das will schon was heißen, ein Fan zu sein, mancher gibt ja das letzte Hemd für seinen Verein, und das ist bestimmt eine gute Sache mit dem Bloggervernetzen und vielleicht treffen sich die Fans auch mal so im Vereinsheim, das muss dann aber schon ziemlich groß sein, wenn das schon über mehrere hundert sind. Wenn das so weitergeht, dann haben die wahrscheinlich wirklich bald alle Blogger auf der Welt vereinigt.

Am Ende schreiben die dann noch: Ps.: falls bei dieser eigentlich sehr einfachen Angelegenheit noch Fragen auftreten sollen, lassen Sie es uns doch einfach wissen. Ist auch voll nett, finde ich. Aber ich glaube eigentlich, dass ich das verstanden habe mit dem Vernetzen und so. Dieser Herr, der mir das alles extra geschrieben hat, Blogger United Admin ist übrigens sein Name, der hat auch geschrieben, dass die ein eigenes Blog haben, da habe ich dann auch mal hingeklickt und muss sagen, dass die echt gute Ideen haben.



Z.B. schreiben die da: Nutzt den Giganten Farcebook noch heute! Farcebook ist das innovativste Netzwerk aller Zeiten. Mehr als 100 Millionen Menschen besuchen Farcebook täglich über ihr Handy und ihr könnt so euren Blog allen auf der GANZEN Welt zeigen!

Und ich finde es gut, dass die nicht irgendein Netzwerk, das nur das zweitinnovativste aller Zeiten ist, genommen haben, sondern dass die wirklich losgegangen sind und gesagt haben: Da nehmen wir das innovativste Netzwerk aller Zeiten, drunter geht bei uns nix. Oder: Warum gerade bei Farcebook? Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, ist Farcebook das zur Zeit am meisten expandierende Internetunternehmen der Welt. Farcebook ist es auch berechtigt, denn durch seine hervorragenden Möglichkeiten, die es allen Nutzern bietet.

Und ich finde, das sind wirklich gute Gründe, und die Idee finde ich auch gut, alle Blogger der ganzen Welt miteinander zu vernetzen und so, und das scheint bei diesem Farcebook ja wirklich prima zu gehen.

Also mitmachen kostet NICHTS! Jediglich weniges Sekunden, bei der Registrierung bei Farcebook, falls man zu den wenigen gehört, die es noch nicht sind und jediglich wenige Sekunde um von uns Fan zu werden!

Das finde ich auch echt gut, dass das Mitmachen NICHTS kostet, und dass man jediglich weniges Sekunden benötigt, um sich bei Farcebook zu registrieren, falls man zu den wenigen gehört, die es noch nicht sind. Und was ich auch ganz toll finde:



Man halt gleich viel mehr Motivation gute Artikel zu schreiben als zu vor.

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Samstag, 3. April 2010
Greisenapfel
nnier | 03. April 2010 | Topic In echt
Die beiden Alten waren mir gleich aufgefallen. Sie prüften die Äpfel und Birnen so eingehend, dass ich zuerst vermutete, sie könnten zum Stand gehören, zu diesem Marktstand, den ich sonst nicht ansteuere, aber heute, da mich ein plötzlicher Regenguss unter eine andere Plane als gewöhnlich trieb, begutachtete ich das dortige Angebot, das hauptsächlich aus vielen Kartoffelsorten sowie einigem Obst bestand, und es gibt auf dem Markt hinter den Verkaufstresen durchaus Menschen, die man jenseits des Renteneintrittsalters vermutet und die man dennoch dienstags, donnerstags und samstags Obst und Gemüse abwiegen, Eier in mitgebrachte Kartons sortieren und "das Grüne" von den Möhren abschneiden sieht, bevor sie einen schönen Tag oder ein schönes Wochenende und auf jeden Fall gutes Wetter wünschen. Ich entschied mich, hier einmal einzukaufen, jetzt, da ich schon einmal da war und der Regen stärker wurde, zumal ich unter der Plane halbwegs trocken stand.

Es dauerte, bis ich drankam, denn sie waren nur zu dritt hinter dem langen Tresen, ständig rief jemand: "Hier!" und streckte den gehetzten Verkäuferinnen ein paar Lauchstangen oder Radieschen entgegen. Meinerseits verspürte ich keinerlei Bedürfnis zu drängeln, sondern sah mir in Ruhe die ausgelegte Ware an, lauschte dem Regen und schaute regelmäßig zu den beiden Alten da ganz rechts, bei den Apfel- und Birnensteigen, wie sie Frucht um Frucht in die Hände nahmen und eingehend untersuchten, bevor sie sie behutsam in eine der kostenlosen, dünnen grünen Plastiktüten legten. Sie mochten Brüder sein, überlegte ich, ähnelten sich jedenfalls nicht nur aufgrund ihrer starken, von dunklem Horn gerahmten Brillen, der außenliegenden Hörgeräte - jeweils am rechten Ohr - und der nahezu identischen Gehhilfen, sondern wirkten vor allem so vertraut, wie man nur sein kann, wenn man sich schon sehr lange kennt. Mit wortloser Routine hielten sie einander einzelne Früchte vors Gesicht, signalisierten Einverständnis und füllten langsam, sehr langsam ihre Beutel.

Ich kam schließlich dran, gab meine Bestellung auf und durfte zahlen. In Gedanken war ich schon beim nächsten Stand, als ich an den beiden Obstkäufern vorbeischlenderte. Der eine hatte sich vom Stand weggedreht. Ich sah seine graubeige Jacke, der Stock lehnte am Tresen, die rechte Hand holte die Geldbörse hervor, während auf seiner linken, dem Stand abgewandten Seite ein wunderschöner, rotglänzender Apfel, tatsächlich ein wahres Schmuckstück, sehr langsam in seiner Jackentasche verschwand.

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Samstag, 3. April 2010
Kara
nnier | 03. April 2010 | Topic In echt








(Ich hab's gerade nicht so mit dem Verbalen.)

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Mittwoch, 31. März 2010
Mantra Mantra
nnier | 31. März 2010 | Topic Ja nee
Wie erkläre ich das jetzt nur. Als ich heute im Fotoladen meine Ware entgegennahm und bezahlte, sprach die Verkäuferin: "Entschuldigen Sie noch mal!", und ich entgegnete: "Sie können ja nichts dafür. Außerdem wollte ich mich sowieso umbringen."

Sie entgegnete: "Wenn Sie das vorhaben, funktioniert die Kasse nicht!", ich grinste und nahm die Vergrößerungen unter den Arm. Beim Verlassen des Ladens bemerkte ich überrascht, dass hinter mir Menschen waren und mich seltsam ansahen. Ich war schon halb zur Tür hinaus, als ich die Verkäuferin rufen hörte: "Wenn Sie das vorhaben, bleiben Sie lieber ...", mehr verstand ich nicht und versuche seither diese Szene zu verdrängen. Die ja nur durch folgenden Impuls zustandekam: "Ach, richtig, die Fotos sind bestimmt fertig! Die hole ich mal eben ab." (Signalwort "Mal eben" - der Kenner weiß: Es folgen zahlreiche "und dann").

Vor mir nur eine (1) Person, die gerade schon zahlt, ihr Portemonnaie wieder einsteckt und beiläufig sagt: "Die bekomme ich hier doch weiter, oder?" (offensichtlich ging es um Fotoecken), und auch die Antwort der Verkäuferin war noch harmlos: "Ja, die kriegen wir regelmäßig rein, ich kann Ihnen die aber auch als Kundenbestellung besorgen."

"Ja, das wäre nett."

Nun wurden irgendwelche Dinge auf ein großes Formular geschrieben, ich sah mir unterdessen die Bilderrahmen an, die Verkäuferin verkündete, dass sie eine Anzahlung nehmen müsse, bis hierhin war alles zwar zeitraubender als gedacht, aber noch im Toleranzbereich. Das Drama begann, als die Anzahlung von der Kasse nicht akzeptiert wurde. Sie versuchte es mehrfach. Sie rief die Kollegin an. Sie versuchte es wieder. Sie ließ sich die Nummer der EDV-Abteilung geben. Sie rief diese an. Und während Kunden in den Laden kamen und diesen irgendwann achselzuckend wieder verließen, während die anzahlungswillige Kundin verzweifelt auf die Uhr sah, während die Verkäuferin immer wieder dieselben Arbeitsschritte durchführte, während sie ihrem technischen Helfer ständig neue Misserfolgsmeldungen durchgab, formte sich in meinem Kopf immer deutlicher ein unwiderstehliches Mantra:

ICHBRINGMICHUM!
ICHBRINGMICHUM!
ICHBRINGMICHUM!

Die Fotos sind gut geworden, aber erklären Sie Ihren vom Sehen bekannten Nachbarn mal den Kontext einer solchen Bemerkung, es ist zum Haareraufen, und soll ich morgen lieber noch mal einen Bilderrahmen kaufen, auch wenn die keine schönen haben?

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Montag, 29. März 2010
Zielwert 148
nnier | 29. März 2010 | Topic In echt


Dieses Spiel macht mir sehr viel Spaß, auch an einem Tag, an dem ich morgens spät dran bin, also lieber das Auto nehmen will, dieses nicht anspringt, ich eilig mit den Starthilfekabeln hantiere, der Anlasser trotzdem nur eine halbe Umdrehung schafft, ich mich am Kopf kratze, das Problem auf später verschiebe, dann also doch mit dem Fahrrad fahre, nun allerdings wirklich in Hetze bin, wieder zu Hause den Pannendienst zur Starthilfe bitte, um eine Stunde Geduld gebeten werde, die Kartoffelpuffer gerade im heißen Fett schwimmen, es doch schon klingelt, die Starthilfe auf Anhieb funktioniert, es drinnen schwarz qualmt, ich hineinrenne, die Puffer rette, wieder hinausrenne, es draußen ebenso schwarz qualmt, bloß viel lauter, der Starthelfer die Stirn in Falten legt, der Qualm aus unserem Auspuff kommt, er den Kühlmitteldeckel öffnet, sich heißer Blubber über ihn ergießt, ich schnell die Zündung abdrehe und den Mann anstarre, dieser auf den Motorraum zeigt, sich mit zwei Fingern quer über die Gurgel fährt und das gefürchtete Wort ausspricht, denn es ist ein einfaches, leicht zu erlernendes Spiel mit wertiger Anmutung, das man auch alleine stundenlang spielen kann, man denkt dabei an gar nichts, eigentlich spiele ich es viel zu selten.

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