Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Freitag, 11. Juli 2008
Eyes only
nnier | 11. Juli 2008 | Topic 'umor & more
Alle mal kurz weggucken! Dieser Link ist nur für Herrn W.! Obacht, geht los: voilà.

Für alle anderen dieses Schmankerl zum Wochenende. Crazy World.

Ach, was soll der Geiz, nehmen wir noch das hier dazu:

[Video nicht mehr auffindbar]

[Edit: Vollbildmodus empfohlen!]

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Viermal Opium fürs Volk!
nnier | 11. Juli 2008 | Topic Brainphuq
In der modernen Arbeitswelt führen die Massen ein Leben in stiller Verzweiflung.

Dass nichts passiert, dafür gibt es

Freecell
Hearts
Solitaire
Minesweeper
.

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Donnerstag, 10. Juli 2008
Gewissensfrage
nnier | 10. Juli 2008 | Topic Brainphuq
Soll man zugucken, wenn sich Leute hauen?
Einfach zugucken, gaffen, nicht einschreiten?
Soll man sich sagen: Die sind viel stärker als du, du könntest ohnehin nichts dagegen ausrichten, die wollen sich hauen?
Soll man denken: Es ist doch ihre Sache, es geht mich nichts an?
Soll man sich einreden: Auch die Polizei kann nichts mehr ausrichten?
Soll man sich gemein machen mit Gaffern? Rotgesichtig? Gröhlend? Blutgeil?
Soll man sich sagen, jeder wie er will, es geht mich nichts an?
Soll man sich so etwas ansehen?

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Mittwoch, 9. Juli 2008
I Rockets
nnier | 09. Juli 2008 | Topic Musiq
Wenn man Anfang der 80er auf einer sehr schönen Alm in Kärnten einen ebenso schönen Urlaub verbrachte, dann konnte es passieren, dass man dort zwei sehr nette, etwa gleichaltrige Italiener kennenlernte, dass ferner die Kommunikation überhaupt kein Problem war, da sie dankenswerter Weise die deutsche Sprache beherrschten, und dass man sich so gut anfreundete, dass der Kontakt bis heute nicht abgebrochen ist.



Ferner ist es sehr wahrscheinlich, dass man sich irgendwann mit batteriebetriebenen Casettenrecordern gegenseitig seine Lieblingsmusik vorspielte, wodurch man als Deutscher vermutlich erstmalig mit den Klängen einer ganz besonderen Combo bekanntgemacht wurde, die hierzulande so unbekannt ist, dass es nicht mal einen deutschen Wikipedia-Eintrag über sie gibt, in der englischen steht übrigens auch nichts, ganz im Gegenteil zur französischen und vor allem zur italienischen.

Es bliebe wohl auch nicht aus, dass man sich nach dem Urlaub per Post gelegentlich Cassetten schickte, und dass als erstes eine diesseits der Alpen schon sehnsüchtig erwartete Aufnahme des Albums Galaxy einträfe, mit Mikrophon von Cassette zu Cassette überspielt, mono, und dass diese Cassette gute fünfzehn Jahre lang sehr häufig abgespielt würde, teils der schönen Erinnerungen an eine großartige Zeit, teils der Musik wegen.



Ginge diese Cassette im Zusammenhang mit einer Wasserkatastrophe unwiederbringlich verloren, betrauerte man dies tief, käme nach einigen Jahren aufgrund des inzwischen entstandenen Internet auf Ideen, lüde sich das Album als MP3 herunter und brennte es auf CD. Es kämen einem beim ersten Anhören vor Wiederhörensfreude die Tränen, man staunte darüber, wie tief sich jeder Ton und jedes Lied, sogar ein kompliziertes Medley am Schluss, ins Gedächtnis eingegraben hätten, man genösse dies zunächst einige Jahre still und begänne dann, im Internet ein wenig nachzuforschen.

Schnell würde einem bewusst, wie lokal das Phänomen von jeher war, man stellte fest, dass die Band zwar aus Frankreich, ihre Kultgefolgschaft aber eindeutig aus Italien stammte (was einen wieder an die Schwärmereien der beiden Freunde vor einer ganzen Ewigkeit erinnerte).

Und beim Videoschauen würde einem klar, dass ein Aspekt, nämlich der visuelle, bei der Genese des Kults eine ganz große Rolle gespielt haben muss. Man lasse sich also von der schlechten Bildqualität nicht abhalten, das großartige Makeup und die spektakuläre Show der Rockets zu würdigen. Beginnen wir mit dem Rockets-Hit überhaupt, Galactica, Eröffnungsstück des schon erwähnten Albums Galaxy von 1980:



Die Mussolinihaftigkeit des einen Sängers kommt bei der Coverversion des sonst nicht weiter aufregenden Canned Heat-Covers On the Road again übrigens noch hübscher heraus. Der Song entstammt dem gleichnamigen Album von 1978:



Zwischen den beiden Alben hat eine enorme musikalische Entwicklung stattgefunden. Der Sound ist auf On the Road again noch ziemlich schwachbrüstig, und außer dem Vocoder-Gesang wie im Titelstück sind es vor allem nette, aber doch ziemlich harmlose Instrumentalstückchen wie dieses und dieses, die die Scheibe prägen.

Ganz anders zwei Jahre später Galaxy. Hier (leider nur als mittelmäßige Live-Aufnahme) das gut rockende Universal Band:



Und aus demselben Live-Auftritt noch das schöne Instrumental Prophecy:



Die ganze Scheibe ist übrigens so aufgebaut, dass alle Lieder ineinander übergehen und sehr schöne Spannungsbögen geschaffen werden.

Ob das nun Pink-Floyd- oder Kraftwerk-Qualitäten hat, sei dahingestellt und ist mir auch nicht wichtig. Ich mag die Musik bestimmt auch wegen der schönen Erinnerungen. Aber nicht umsonst hat die Band noch heute eine Gefolgschaft, die sich begeistert austauscht und z.B. ein Show-Set von 1980 als Modell nachbaut:

[Video nicht mehr auffindbar]

Eine offizielle Tributeband (Universal Band) gibt's inzwischen auch, die die Songs ziemlich originalgetreu nachspielt (inklusive des schon im Original sehr charmanten Akzents):



Und so könnte man weiter und weiter forschen ...

(noch auf die Techno-Remixe von Joe T. Vanelli hinweisen, sich mehr um die anderen Alben kümmern, deren wichtigste es jetzt auch als Gesamtausgabe gibt, mein Gott, sogar Bootlegs gibt es, das zeichnet gute Bands ja aus, und - huch! Das ist ja eine russische Seite! Was hat das nun wieder zu bedeuten?)

... belässt es aber dabei, noch auf diese Seite hinzuwiesen, auf der rechts ein kleiner "Rockets-Player" ist. Und klickt man oft genug drauf, kommen auch die tollen Songs von 1980 dran!

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Dienstag, 8. Juli 2008
Sehtest, Wikipedia:
nnier | 08. Juli 2008 | Topic Sprak
Was so ein kleiner Buchstabendreher doch für einen Unterschied machen kann.

Ich freue mich schon auf den Hauptartikel Hautpartikel.

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Manhattan
nnier | 08. Juli 2008 | Topic Klar jewesn
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist ja das Anbringen neuer WC-Deckel, und so hatte ich mich schon tagelang darauf gefreut, endlich zur Tat schreiten zu dürfen. Zwei im Format identische, aber verschiedenfarbige Modelle waren dem Burgfräulein originalverpackt ("Bei WC-Deckeln aus hygienischen Gründen kein Umtausch!") zur Auswahl präsentiert worden, a) Buche Natur und b) Manhattan. Manhattan, passend zum jüngst verarbeiteten "Manhattan"-Fugenmörtel, der als Farbe ebenfalls Manhattan auswies, exakt, Manhattan, auch bekannt als Manhattangrau oder Manhattan-Grau.

Nach kurzer, intensiver Beratschlagung ("Naturholz ist auch OK, ist auch angenehm, wir aber entscheiden uns für Manhattan, das passt ja auch zum Fugenmörtel") war die Wahl (Manhattan) schnell getroffen, so dass nichts mehr mich aufhalten und ich endlich loslegen konnte.

Die sehr simple Anleitung ließ keine Fragen offen, zwei Befestigungsteile, eins mit Links, das andere mit Rechts beschriftet, waren in entspannter Körperhaltung (Rückenlage unter dem WC) nach nicht mal einer Stunde festgeschraubt. So Flügelmuttern auf so Gewindestangen, höchstens 70 Umdrehungen pro Seite.

Kurz auflachend wurde mir dann sehr schnell deutlich, dass "Links" und "Rechts" durchaus relative Begriffe sind (es gibt ja auch Völker, die nicht unseren egozentrischen, immer auf die eigene Position bezogenen Richtungsbegriff verwenden), und deshalb gilt natürlich: Wenn Links und Rechts auf solchen Befestigungsteilen stehen, dann gelten diese Richtungsbezeichner immer aus der Sicht der betroffenen Toilette, nicht aus der eigenen, du Dummerchen.

Schmunzelnd legte ich mich wieder auf den Fliesenboden, der inzwischen auch beinahe meine Körpertemperatur angenommen hatte, und drehte die Flügelmuttern wieder herunter, höchstens 70 Umdrehungen pro Seite. Flugs die beiden Befestigungen austauschen, Flügelmuttern wieder ran, mehrmals nachkorrigieren, bis Deckel exakt mittig "und aber auch" (Berti Vogts, 2001) stabil befestigt, da vergeht die Zeit wie im Fluge und man kann mal so richtig abschalten.

Kaum sind ein paar Stunden vergangen, richtet man sich schweißgebadet auf, räumt das Werkzeug beiseite und freut sich im Stillen auf anerkennende Worte des Burgfräuleins, welches dann auch herbeigelaufen kommt und ruft: "Was! Der ist ja gar nicht weiß! Kann man den noch umtauschen?"

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Freitag, 4. Juli 2008
Im Frühling
nnier | 04. Juli 2008 | Topic In echt
Der Reiter hatte eine Pause eingelegt und beschlossen, ein Stündchen der Muße sich hinzugeben und die Stille des Waldes auf sich wirken zu lassen. Die Beine hochgelegt, die Augen geschlossen, wollte ein seltner Friede seines Geistes sich just bemächtigen, als er eines erst verwunderlichen, dann irritierenden Geräusches gewahr wurde.

Mühsam die Augen wieder öffnend konnte er nicht anders, als drei rapide näherkommende Gestalten widerwillig zu bemerken. Wohl nahm es ihn wunder, wie keck jene drei Mägdelein (denn dass solche es waren, hatte er schnell erkannt), wie zielstrebig und für keinen Heller zögerlich sie sich gaben, als seinem Rastplatze sie forsch sich näherten und ihn anriefen: "Wir dürfen uns doch dazusetzen!"

Nicht auf die zweifelnde Stimme seines Herzens hörte er, als prompt den Hut er hob, sich zwang zu einem freundlichen Lächeln und den drei, wie er nun feststellte, noch blütenjungen Dirnen ("meine eigenen Töchter könnten sie sein, Gott sei mein Zeuge!"), mit, wie er feststellen sollte, etwas zu viel Ehrerbietung antwortete: "Selbstverständlich dürfen Sie das!"

Den inneren Zweifel niederkämpfend beschloss er, seinen Platz zwar unbeirrt beizubehalten und wie geplant der Waldesruhe sich hinzugeben; Einspruch jedoch wollt er nicht erheben. Hatten nicht jene drei Gotteskinder dasselbe Anrecht auf eben diesen Fleck der Erde? Wer wäre er, nur um seiner ersehnten, nicht aber verdienten Ruhe willen jenen drei Geschöpfen selbige zu verwehren?

Nein, durchaus genießen würde er diese Stunde und vom klingenden Geplapper der drei Mägde, welches vor das sanfte Rauschen der Blätter und das leise Gluckern des entfernten Baches sich geschoben hatte, die ersehnte Ruhe sich nicht stehlen lassen - noch dächte er darüber nach, ob es schicklich sei, in solcher Gesellschaft zur Rast sich zu begeben. Denn, so früge er jeden Zweifler, hatte etwa er jenen drei Weiblein sich hinzugesellt? Waren nicht sie es gewesen, die, ohne Scham und durchaus fordernd, jenen Platz begehrt, an dem nun einmal er zuerst sich befunden?

Nein, seinerseits fortgehen würde er nicht. Die ungebetne Gesellschaft hinnehmen, ihr die gemessne Freundlichkeit erweisen, so wie die Regeln der Höflichkeit es geboten, vollendet rücksichtsvoll und tugendhaft sich verhalten, dies täte er mit Selbstverständlichkeit. Weichen hingegen, dessen war er nun sicher, seinen schönen Rastplatz aufgeben, würde er nicht.

Die Augen längst wieder geschlossen und mit dem festen Willen, aus seiner Ruhe sich nicht bringen zu lassen, konnt er doch nicht umhin, den jungen Stimmen zu lauschen, wie unbefangen ihre Mägdegespräche sie führten, an welche er, Tage später noch und längst in einem anderen Teil des Landes, zutiefst verwundert sich erinnern sollte.

- Hasan ist voll der geile Typ. Der hat geile Hosen an.
- Kennst du Miguel, das ist voll der Süße.
- Seine Eltern sind voll die netten. Und das Jugendamt war dauernd bei denen gewesen. Vielleicht sind die asozial. Dabei sind die voll nett.
- Die sehen auch voll gut aus. Der Vater sieht voll gut aus. Und die Mutter sieht auch voll gut aus.
- Ist Miguel ein Türke?
- Glaube ich nicht.
- Ich dachte, das ist voll der hässlige. In meiner Klasse sind voll die hässligen.
- Der ist voll süß. Mit dem hatte ich mal was.
- Da kommt Hasan.
- Das ist doch dieser hässlige Vogel.

Am Himmel stand die Sonne hoch. Erfrischende Kühle bot der Wald, vom klaren Bach ließ sich nach Herzenslust trinken. Das treue Reittier unter sich, das Bündel wohlgefüllt mit allerlei Gebackenem, zwei blanke Silberlinge gar im Beutel, wollt doch kein fröhlich Lied des Reiters Lippen entspringen, welcher sich frug: Ist das die Welt noch, die ich kenne?

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