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nnier | 26. Juni 2008 | Topic Klar jewesn
o.ä. haben jüngst diese wirklich ästhetische Grußbotschaft hinterlassen:
Danke, euch auch einen schönen Sommer.
Zählt eigentlich der Zweitausendeins-Verlag immer noch das Geld, das er in den 80ern mit Kornkreisbüchern verdient hat?
Danke, euch auch einen schönen Sommer.
Zählt eigentlich der Zweitausendeins-Verlag immer noch das Geld, das er in den 80ern mit Kornkreisbüchern verdient hat?
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Da will man nur mal was nachlesen, und es kommt einem doch wieder das kalte Grausen. In den 40ern entwickelte ein US-amerikanischer Psychiater, Walter Freeman, mit der Lobotomie eine besondere Form der Hirnchirurgie. Einige längere Auszüge aus Wikipedia:
Freeman schrieb ohne Beschönigung: "Die Psychochirurgie erlangt ihre Erfolge dadurch, dass sie die Phantasie zerschmettert, Gefühle abstumpft, abstraktes Denken vernichtet und ein roboterähnliches, kontrollierbares Individuum schafft." [...]
Später entwickelte er die transorbitale Operationsmethode, welche von lediglich einer Person, welche nicht einmal eine neurochirurgische Qualifikation benötigte, ausgeführt werden konnte. Damit wollte Freeman die massenhafte Verbreitung der zeit- sowie kostengünstigen Methode vorantreiben. [...]
Sein Wille, die Methode zu verbreiten und Kollegen zu überzeugen, erreichte dabei bizarre Auswüchse: So operierte er vor den Augen von zahlreichen Zuschauern sowohl im Fernsehen als auch in Hörsälen Patienten im Akkord (mehrere Dutzend pro Tag). Des Weiteren reiste er in einem Wohnmobil, dem von ihm so getauften Lobomobil, von Klinik zu Klinik durch die USA und operierte einen Patienten nach dem anderen. Zeit seines Lebens pries er die Lobotomie als optimale Behandlungsform und operierte bis zu seiner Pensionierung 1962 weiter, insgesamt ca. 3.600 Patienten. [...]
Und wie funktioniert's? So:
Es wurde bilateral (auf beiden Kopfseiten) ein etwa zwei Zentimeter durchmessendes Loch in den Schädel gebohrt, wobei man sich an der vorderen Schädelnaht (Sutura koronalis) und weiteren Punkten orientierte. Die Löcher befanden sich in etwa drei Zentimeter vor und fünf Zentimeter oberhalb des Ohres – also im Bereich des präfrontalen Kortex. Anschließend wurden die beiden Bohrlöcher um einige Millimeter manuell erweitert. Nun führte der Chirurg auf (etwa) horizontaler Ebene ein längliches Messer, oder ein spezielles Leukotom, in den Schädel ein. Ihm gegenüber, auf der anderen Kopfseite, befand sich der Neurologe, welcher die Vordringungsrichtung des Leukotoms dirigierte. Zunächst wurde dieses vom Chirurgen unter Anpeilung der gegenüberliegenden Schädelbohrung bis kurz vor die Mitte des Schädels bzw. Gehirn (vor Erreichung der fissura longitudinalis) geschoben. Die Orientierung erfolgte dabei zudem an weiteren, innenliegenden Schädelpunkten. An diesem Punkt führte der Chirurg die eigentliche Lobotomie durch, bei welcher weite Teile der Faserbahnen in der weißen Substanz, sowie einige Bereiche der grauen Substanz im Gebiet des präfrontalen Kortex irreversibel zerstört wurden. Dazu schwenkte er das eingeführte Leukotom in vorgeschriebenen Winkeln in der koronaren Ebene nach oben und unten. Somit wurden Teile des Gehirns einfach "zerschnitten". Anschließend wurde die gleiche Prozedur in der anderen Hirnhemisphäre durchgeführt.
Ganz schön kompliziert, Löcher bohren und so, und dann muss man auch immer zu zweit sein, dachte sich Freeman, das geht doch einfacher:
Freeman entwickelte die neue Operationsmethode aus zwei Gründen: Zum einen war bei ihrer Ausführung lediglich ein mehr oder minder fachkundiger Mensch vonnöten; zum anderen war sie wesentlich zeit- und kostengünstiger, erforderte nicht einmal eine Vollnarkose oder die Öffnung des Schädels. Teilweise dauerte die gesamte Operation von Eintreffen bis Verabschiedung des Patienten nicht einmal eine Stunde. Bei der Operation wurde dem lokal oder vollständig anästhetisierten Patienten vom Operateur (der in den seltensten Fällen ausgebildeter Chirurg war) ein langes spitzes Werkzeug oberhalb der Augenhöhle in den Kopf eingeführt. Dafür wurde dem Patienten das Augenlid angehoben, die Spitze des Werkzeuges über dem Auge vorbei eingeführt und durch den Schädel durchgeschlagen. Da der Schädel im Bereich der Augenhöhlen seinen dünnsten Bereich aufweist, genügte meist ein leichter Schlag an das hintere Ende des Werkzeuges, um in das Gehirn vorzudringen. Freeman entwickelte als Werkzeug ein Gerät, welches einem Eispickel nachempfunden war – weshalb diese Methode oft als "Eispickelmethode" bezeichnet wird. War die Spitze des Werkzeuges im Gehirn bis zu einem der subjektiven Schätzung überlassenen Punkt vorgeschoben, wurde es wie bei der alten Methode geschwenkt, um die Materie in den anvisierten Hirnbereichen zu zerstören. Die gleiche Prozedur wurde anschließend in der anderen Hemisphäre durchgeführt. Die einzigen sichtbaren Schäden, welche die Patienten davontrugen, waren meist lediglich "Veilchen" am Auge.
Und wozu? Na:
In den 1950er Jahren wurde die Operation unter anderem durchgeführt, um Homosexualität oder eine kommunistische Einstellung zu "kurieren".
So weit die deutsche Wikipedia, aus der englischen noch kurz ein paar Zahlen:
Quantitatively, most lobotomy procedures were done in the United States, where approximately 40,000 persons were so treated. Great Britain performed procedures on 17,000 people, and the three Scandinavian countries had a combined figure of approximately 9,300 people treated.
Vor Jahren hörte ich übrigens in einem Radiofeature erstmalig von dem Thema. Darin hieß es auch, dass die ganzen hysterischen Vorstadtbewohnerinnen in den USA der 50er Jahre per Lobotomie wieder zu gut funktionierenden Hausfrauen gemacht wurden. Lobomobil kommen lassen, Hirn durchschneiden, gut ist. Morgen backt sie wieder Blaubeerkuchen.
Freeman schrieb ohne Beschönigung: "Die Psychochirurgie erlangt ihre Erfolge dadurch, dass sie die Phantasie zerschmettert, Gefühle abstumpft, abstraktes Denken vernichtet und ein roboterähnliches, kontrollierbares Individuum schafft." [...]
Später entwickelte er die transorbitale Operationsmethode, welche von lediglich einer Person, welche nicht einmal eine neurochirurgische Qualifikation benötigte, ausgeführt werden konnte. Damit wollte Freeman die massenhafte Verbreitung der zeit- sowie kostengünstigen Methode vorantreiben. [...]
Sein Wille, die Methode zu verbreiten und Kollegen zu überzeugen, erreichte dabei bizarre Auswüchse: So operierte er vor den Augen von zahlreichen Zuschauern sowohl im Fernsehen als auch in Hörsälen Patienten im Akkord (mehrere Dutzend pro Tag). Des Weiteren reiste er in einem Wohnmobil, dem von ihm so getauften Lobomobil, von Klinik zu Klinik durch die USA und operierte einen Patienten nach dem anderen. Zeit seines Lebens pries er die Lobotomie als optimale Behandlungsform und operierte bis zu seiner Pensionierung 1962 weiter, insgesamt ca. 3.600 Patienten. [...]
Und wie funktioniert's? So:
Es wurde bilateral (auf beiden Kopfseiten) ein etwa zwei Zentimeter durchmessendes Loch in den Schädel gebohrt, wobei man sich an der vorderen Schädelnaht (Sutura koronalis) und weiteren Punkten orientierte. Die Löcher befanden sich in etwa drei Zentimeter vor und fünf Zentimeter oberhalb des Ohres – also im Bereich des präfrontalen Kortex. Anschließend wurden die beiden Bohrlöcher um einige Millimeter manuell erweitert. Nun führte der Chirurg auf (etwa) horizontaler Ebene ein längliches Messer, oder ein spezielles Leukotom, in den Schädel ein. Ihm gegenüber, auf der anderen Kopfseite, befand sich der Neurologe, welcher die Vordringungsrichtung des Leukotoms dirigierte. Zunächst wurde dieses vom Chirurgen unter Anpeilung der gegenüberliegenden Schädelbohrung bis kurz vor die Mitte des Schädels bzw. Gehirn (vor Erreichung der fissura longitudinalis) geschoben. Die Orientierung erfolgte dabei zudem an weiteren, innenliegenden Schädelpunkten. An diesem Punkt führte der Chirurg die eigentliche Lobotomie durch, bei welcher weite Teile der Faserbahnen in der weißen Substanz, sowie einige Bereiche der grauen Substanz im Gebiet des präfrontalen Kortex irreversibel zerstört wurden. Dazu schwenkte er das eingeführte Leukotom in vorgeschriebenen Winkeln in der koronaren Ebene nach oben und unten. Somit wurden Teile des Gehirns einfach "zerschnitten". Anschließend wurde die gleiche Prozedur in der anderen Hirnhemisphäre durchgeführt.
Ganz schön kompliziert, Löcher bohren und so, und dann muss man auch immer zu zweit sein, dachte sich Freeman, das geht doch einfacher:
Freeman entwickelte die neue Operationsmethode aus zwei Gründen: Zum einen war bei ihrer Ausführung lediglich ein mehr oder minder fachkundiger Mensch vonnöten; zum anderen war sie wesentlich zeit- und kostengünstiger, erforderte nicht einmal eine Vollnarkose oder die Öffnung des Schädels. Teilweise dauerte die gesamte Operation von Eintreffen bis Verabschiedung des Patienten nicht einmal eine Stunde. Bei der Operation wurde dem lokal oder vollständig anästhetisierten Patienten vom Operateur (der in den seltensten Fällen ausgebildeter Chirurg war) ein langes spitzes Werkzeug oberhalb der Augenhöhle in den Kopf eingeführt. Dafür wurde dem Patienten das Augenlid angehoben, die Spitze des Werkzeuges über dem Auge vorbei eingeführt und durch den Schädel durchgeschlagen. Da der Schädel im Bereich der Augenhöhlen seinen dünnsten Bereich aufweist, genügte meist ein leichter Schlag an das hintere Ende des Werkzeuges, um in das Gehirn vorzudringen. Freeman entwickelte als Werkzeug ein Gerät, welches einem Eispickel nachempfunden war – weshalb diese Methode oft als "Eispickelmethode" bezeichnet wird. War die Spitze des Werkzeuges im Gehirn bis zu einem der subjektiven Schätzung überlassenen Punkt vorgeschoben, wurde es wie bei der alten Methode geschwenkt, um die Materie in den anvisierten Hirnbereichen zu zerstören. Die gleiche Prozedur wurde anschließend in der anderen Hemisphäre durchgeführt. Die einzigen sichtbaren Schäden, welche die Patienten davontrugen, waren meist lediglich "Veilchen" am Auge.
Und wozu? Na:
In den 1950er Jahren wurde die Operation unter anderem durchgeführt, um Homosexualität oder eine kommunistische Einstellung zu "kurieren".
So weit die deutsche Wikipedia, aus der englischen noch kurz ein paar Zahlen:
Quantitatively, most lobotomy procedures were done in the United States, where approximately 40,000 persons were so treated. Great Britain performed procedures on 17,000 people, and the three Scandinavian countries had a combined figure of approximately 9,300 people treated.
Vor Jahren hörte ich übrigens in einem Radiofeature erstmalig von dem Thema. Darin hieß es auch, dass die ganzen hysterischen Vorstadtbewohnerinnen in den USA der 50er Jahre per Lobotomie wieder zu gut funktionierenden Hausfrauen gemacht wurden. Lobomobil kommen lassen, Hirn durchschneiden, gut ist. Morgen backt sie wieder Blaubeerkuchen.
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wenn sich keiner für meine ausgefeilten kleinen Anmerkungen zum Thema Sprache interessieren tut: Als Kind auf dem Trödelmarkt beobachtete ich eines schönen Sonntags minutenlang ein offenkundig frischverliebtes Paar, das von Stand zu Stand schlenderte, sich dabei auf Hüfthöhe umschlungen hielt und regelmäßig Blicke und Küsse austauschte. Man zeigte sich gegenseitig, welche der feilgebotenen Waren besonders gefielen, und angesichts der wohl keineswegs überzogenen Forderungen der Händler äußerte die Dame ihre Ansicht, dass die "Preise hier ganz schön billig" seien, woraufhin der junge Mann seine Hände nun endlich von ihr nahm, sie in die eigenen Hüften stemmte und ebenso laut wie unfreundlich blaffte: "Preise sind nicht billig, die sind niedrig!"
Dies beeindruckte mich, ich dachte eingehend darüber nach, konnte dem nur zustimmen und werde seither regelmäßig an diese Begebenheit erinnert, wobei man fairer- bzw. billigerweise auch dies anmerken muss.
Dies beeindruckte mich, ich dachte eingehend darüber nach, konnte dem nur zustimmen und werde seither regelmäßig an diese Begebenheit erinnert, wobei man fairer- bzw. billigerweise auch dies anmerken muss.
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Weil Team in der deutschen Sprache durchaus etwas anderes bedeutet als nur Mannschaft, sehe ich kein Problem darin, dass Unternehmen Mitarbeiter, denen sie auch nicht viel mehr Geld als ihren Kollegen bezahlen, von denen sie für diese Gratis-Gratifikation aber besonderen Einsatz und permanentes Kopfhinhalten erwarten, als "Teamleiter" bezeichnen, es geht also keineswegs um den Anglizismus, aber woher kommt denn dieser Schwachsinn? "Ich habe schon mit den Teamleads gesprochen", "Liebe Teamleads", das geht doch nicht, herrje.
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Und "farbend" ("Unsere Sofakissen sind rosafarbend")?
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Nichts weniger als ein Meisterwerk - ganz spontan: Ist das ein Lob?
Vor einigen Tagen las ich das, und es beschäftigt mich!
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Du bist wie die Mädchen von heute!
Jeder außer mir kennt sie vermutlich: Die Datenbank der Werbung. Ich habe mich erst mal durch die 70er geklickt - und auch wenn ich wusste, wie viel von meiner Hirnkapazität für dieses Zeug damals draufgegangen ist, hat mich doch erschreckt, wie genau ich alles noch im Ohr und vor Augen habe.
Ich verschone die werte Leserschaft mit persönlichen Reminiszenzen, und das Thema ist ja auch nicht originell. Wer sich aber ganz unmittelbar in seine Kindheit zurückversetzen will, muss gar nicht unbedingt in Omas Kartoffelkeller tief einatmen.
Jeder außer mir kennt sie vermutlich: Die Datenbank der Werbung. Ich habe mich erst mal durch die 70er geklickt - und auch wenn ich wusste, wie viel von meiner Hirnkapazität für dieses Zeug damals draufgegangen ist, hat mich doch erschreckt, wie genau ich alles noch im Ohr und vor Augen habe.
Ich verschone die werte Leserschaft mit persönlichen Reminiszenzen, und das Thema ist ja auch nicht originell. Wer sich aber ganz unmittelbar in seine Kindheit zurückversetzen will, muss gar nicht unbedingt in Omas Kartoffelkeller tief einatmen.
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Woher man es hat, geht ja keinen was an, und aber jedenfalls muss so ein Ticket ja nicht ungenutzt verfallen, sondern man macht sich auf den Weg in die größere Hansestadt, parkt vorausschauend in Harburg, fährt ein wenig mit der S-Bahn herum und besichtigt Gegenden mit individuellem soziokulturellem Gepräge der Bevölkerung sowie dichtem Gemisch von Wohn-, Geschäfts- und Gewerbebebauung, kommt dann mit dem dritten Gongschlag auf seinem Sitzplatz in der CoLinA (wie wir Insider sagen) an, wird dort direkt mit einem Song, den Roy Orbison "und aber auch" (Berti Vogts, 2001) Cyndi Lauper mal gesungen haben, empfangen, worauf direkt einer der definitiv schlimmsten Songs aller Zeiten folgt, wohnt also einer bizarren und aber auf ihre Weise perfekten Aufführung bei, in der eine Frankokanadierin, die längst zum Weltstar geworden und in den letzten Jahren fünfmal die Woche in Las Vegas aufgetreten ist, noch weitere Coverversionen mit ihrer Fünfoktavenstimme singt, jeder hohe und lang gehaltene Ton als Beweis ihrer Leistungsfähigkeit vom Publikum kräftig bejubelt wird, teure Rosensträuße auf die Bühne gereicht werden, die Bühne schlauerweise in der Mitte steht, Laufbänder wie am Flughafen Personen transportieren, hüpfende Hochleistungsartisten Power und ein Alibine schwarzer Sänger Soul transportieren sollen, zwischendurch recht willkürlich der Song aus der Baumarktwerbung angestimmt wird, die Hauptdarstellerin dramatisch die Augen aufreißt und pathetische Dinge sagt, die neben einem sitzende Arbeitskollegin nach einer Stunde dann lieber geht, man selbst sich das aber gut bis zum Ende ansehen kann und erstaunt feststellt, dass man schon schlechtere Konzerte gesehen hat.
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