Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Mittwoch, 6. Juni 2012
Spül, Führer! Mein Leben mit Anton S.
nnier | 06. Juni 2012 | Topic In echt


Was das da oben ist, werde ich Ihnen gleich verraten, zuerst aber muss ich etwas loswerden: Kürzlich stand ich vor der geöffneten Kühlschranktür und war mit einem echten Problem konfrontiert. Ich wusste einfach nicht, was aus der Handvoll Pellkartoffeln und dem bissfest gekochten Rest Spargel werden sollte!

Unentschlossen schälte ich die Kartöffelchen, brachte ein ordentliches Stück Butter zum Schmelzen und schmiss einige Prisen Salz hinterher. Den Spargel wollte ich kalt dazuessen.

Plötzlich kam eine kühne Idee über mich:





Ich briet den Spargel mit!



Eine ähnlich mutige Entscheidung traf ich vor mittlerweile 15 Jahren. Ich betrat einen Schlecker-Markt in der Absicht, dort Spülmaschinenreiniger in Pulverform zu erwerben. Das war schon damals keine Kleinigkeit mehr, denn die Hersteller hatten längst damit begonnen, das Pulver durch die sogenannten Tabs zu ersetzen, die man zwar viel schlechter (bzw. gar nicht) dosieren kann, dafür aber einzeln in Folie eingeschweißt und wesentlich teurer sind.

Inzwischen wird, wie Sie sicherlich wissen, auch Waschmittel in Tab-Form angeboten, irgendeinen Fortschritt muss es ja geben. Oh, bitte - das glaube ich schon, dass das für manche gar nicht so leicht ist, eine so komplexe Entscheidungsmatrix zu durchblicken, schließlich muss man die Pulvermenge abhängig von Wasserhärte, Verschmutzungsgrad und Waschtemperatur dosieren und dazu mehrdimensionale Gleichungen lösen. Und dann soll man sich noch dran erinnern, dass ein halber großer Becher etwas anderes ist als ein haber kleiner Becher, nämlich da ist unterschiedlich viel drin! Zuviel Denki-Denki, und deshalb gibt es Tabs.



Es standen damals die billigen Kartons der Schlecker-Eigenmarke "AS" im Regal, wie ich erfreut feststellte, doch auf dem Weg zur Kasse begegnete ich dem hier abgebildeten, stabilen Hybrid-Kunststoffbehälter: Ein Markenprodukt verkuppelte sich mit dem düsteren Billigheimer, so etwas hatte ich davor noch nicht und habe ich danach nie wieder gesehen! Der Mehrpreis war zu verschmerzen, vor allem aber sah ich auf Anhieb: Dieser Behälter hat die richtige Form und Größe, er ist stabil und dicht, lässt sich mit Hilfe eines Trichters problemlos wiederbefüllen und verfügt über eine klug positionierte Schüttöffnung, mit der das Befüllen des Spülmaschinendosierfachs zum Kinderspiel wird. Nie wieder verstreutes Pulver! Und obwohl die Spülmaschine mindestens zweimal am Tag läuft, muss ich nur alle paar Monate los und ein billiges Nachfüllpack kaufen. Nehmt das, Somat-Tabs mit der Sofort-Aktiv-Formel zum Preis eines gebrauchten Kleinwagens!

Aus Nostalgie, Dankbarkeit, Treue und einer perversen Schaulust betrat ich heute noch einmal die aufwendig umgestaltete Filiale in meiner Nähe. Ich wollte zum Abschied wirklich etwas kaufen. Aber es gab nichts.



Na gut: Fast nichts.

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