Mumien, Analphabeten, Diebe.
Du hast's gut, du hast dein Leben noch vor dir.
Dienstag, 23. November 2010
Klaus Müller
nnier | 23. November 2010 | Topic In echt






















































Mein Vorname ist heute kein ungewöhnlicher mehr. Als Kind aber wurde ich häufig, nach meinem Geschmack: Viel zu oft, gefragt: Wie heißt du? Was ist das für ein Name? Und wie heißt du richtig?

Das brauchten gar nicht die schwerhörigen Cousinen meiner Uroma zu sein, von denen mich eine immer wieder fragte: Wie heißt du denn? Und ich gab Antwort. Ja, wie heißt du denn? Und ich gab laut Antwort. Wie heißt du? Und ich schrie Antwort. "Heißt du vielleicht Oliver?", fragte sie, und ich wandte mich verzweifelt ab, weil von allen Namen der Welt, wäre meiner der Nordpol, "Oliver" der Südpol wäre.

Ich heiße eigentlich so wie ich heiße, im Ausweis aber steht ein längerer Name, da meiner oft als Kurz- oder Spitzname verstanden wurde, auch wenn das heute keiner mehr so sieht. Folglich kam ich regelmäßig in die Situation, dass ich mit diesem langen Namen angesprochen wurde, auch von meinem Grundschullehrer, in dessen Liste ich natürlich so geführt wurde, und ich traute mich nicht, ihn darauf anzusprechen, bis es eine Mitschülerin tat, die mich nach einigen Wochen zu Hause besucht und ganz erstaunt gefragt hatte: Wie nennen deine Eltern dich?

Es hat mich damals oft gestört, keinen "normalen" Namen zu haben, und oft wünschte ich mir, ich hieße Klaus Müller oder dergl., damit ich einfach einmal ohne Nachfrage meinen Namen nennen könnte.

Vor der Geburt meines Sohnes sprach ich mit der Oma, die ihre Meinung kundtat, wir sollten unserem Kind "nicht so einen komplizierten Namen geben, den keiner aussprechen kann", und während ich an indianisch-indisch-esoterische Kreationen wie Cosma Shiva, Vishnu oder Gopal Venu dachte, fuhr sie fort: "... so wie Sven."

"Hier oben heißen Sie alle Sven", entgegnete ich, aber mein sprachliches Einfühlungsvermögen ins Süddeutsche reicht weit genug, um zu erahnen, wie seltsam ein solcher Name für dortige Ohren klingt, wo man Hermann, Josef oder Eduard heißt.

Es ist kein "normaler" Name geworden, soviel sei verraten, es ist ein Name geworden, den ich schön finde und den man aussprechen kann, nach dessen Herkunft gelegentlich gefragt wird, über den er sich noch nicht beschwert hat, und überhaupt wünscht sich mancher Klaus Müller vielleicht, er hieße Gopal Venu.

Seit kurzem kenne ich übrigens einen Herrn, der ungefähr in meinem Alter ist und dessen Vorname dem Künstlernamen des Schlagzeugers einer bekannten Liverpooler Beat-Gruppe entspricht. Ohne nachzudenken fragte ich neulich seine Tochter: Heißt dein Vater eigentlich wirklich so - oder ist das sein Spitzname?

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