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"So ein Gesicht will ja auch erst mal wieder eingelebt werden", sagte meiner Erinnerung zufolge Hildegard Knef mal sinngemäß, nachdem sie sich einer Schönheitsoperation unterzogen hatte. Die Suchmaschine kann dies nicht bestätigen, allerdings erfährt man, dass das 1980 gewesen ist, dass das eines der ersten öffentlich eingestandenen Faceliftings hierzulande war, dass Frau Knef dessentwegen in der Illustriertenlandschaft sehr hämisch begegnet wurde (ganz dunkel erinnere ich mich daran auch), dass Petra Gerster, die vom ZDF, die mit dem Bruder beim Arbeitsamt bei der Arbeitsagentur (Wahnsinn! Arbeitsagentur! Jetzt wird alles gut! Dass da vorher keiner drauf gekommen ist!), dass die sich auch hat liften lassen oder jedenfalls nichts dagegen hätte, es zu tun, na ja, und dass es anscheinend gerade einen Kinofilm über Die Knef gibt, und den Spruch da oben, den hat sie trotzdem mal gebracht, der ist einfach gut, und wenn auch nur gut erfunden, z.B. von meinem Gedächtnis, das mir einen Streich spielt, das ist dann das berühmte Zwiedenken von George Orwell (1984), nämlich wenn der große Bruder g**gle etwas nicht bestätigt, dann zweifle ich inzwischen doch sehr an meiner Erinnerung, geht es Ihnen nicht auch so?

Ich kann mich an das Buch nicht gut erinnern, ich las es, so ein Zufall!, etwa 1983, aber eines war doch sehr einprägsam, das Zimmer 101, jenes Zimmer, das, wie man zum Schluss erfährt, für jeden individuell hergerichtet wurde und in dem man als Gedankenabweichler zu Folterzwecken mit seinen schlimmsten, tiefsten Ängsten konfrontiert wurde, wer also Angst vor Ratten hat, für den ist dieses Zimmer voller Ratten. So etwas muss man natürlich wissen, wenn man den Scherz verstehen will, damals im Studentenwohnheim, in der WG, als jemand mal ein Schild mit der Aufschrift "Zimmer 101" an der Tür vom Männerklo anbrachte.
Es gab diesen einen Abend, als wir alle uno spielten, ein wirklich simples Kartenspiel, auch nicht groß anders als Mau Mau, ich dachte immer: Wenn das die Eltern wüssten! Die sich doch Sorgen machen um ihre adoleszenten Kinder, fern, in der großen Stadt, wo es Clubs gibt und Drogen, Kriminalität und Krankheiten! Wenn die wüssten, was da stattfindet unter den Studenten! Nämlich nachmittags wird Al Bundy geguckt und abends uno gespielt. Und das war ein schöner Abend, der nur dadurch gefährdet war, dass eine dringend benötigte Mitspielerin ständig von ihrer bevorstehenden Klausur sprach, "morgen muss ich früh raus, ich gehe spätestens um elf ins Bett", so Sachen, und man flößte ihr ein wenig Alkohol ein, es war kurz vor 23h, sie ging zur Toilette, man drehte die Uhr zurück, "oh, ist ja doch noch Zeit", freute sie sich, es ging weiter mit dem uno, es ging weiter mit dem Alkohol, mit der Toilette, mit der Uhr, all dies wiederholte sich so absurd oft, dass ich noch heute gerne an diesen Abend zurückdenke, der gegen 3:30 endete, als sie "doch langsam mal" ins Bett gehen wollte, für sie war es ja auch erst 23:00, und ich weiß heute noch nicht, wie die Klausur für sie gelaufen bzw. ob sie überhaupt hingegangen ist.

Ob ich zu jener Zeit (Zimmer 101) mit dem Kloputzdienst drangewesen wäre, vermag ich nicht mehr zu sagen, aber mit dem Kochen, hm, das kann schon sein. Wir hatten damals folgende, ehrgeizige Regelung getroffen: Reihum wird für alle eingekauft und gekocht, gedeckt, hinterher abgeräumt und gespült. Und zwar alles komplett von einer Person. Auf diese Weise, so hatten wir vereinbart, hätte man zwar ab und zu einen wirklich harten Tag, könnte sich dann aber andererseits fast zwei Wochen lang davon erholen.
Es ging nicht lange gut, bald schon bröckelte es, hier fiel ein Essen aus, da gab's nur eine Tütensuppe, dort stapelte sich das Geschirr, nur ein Mitbewohner war tapfer und standhaft, er kochte an- und vollständige Mahlzeiten, und irgendwann war es so weit gekommen, dass praktisch nur noch er kochte, d.h. alle zwei Wochen gab es in der WG etwas Warmes zu Essen, worüber sich auch alle freuten, man war voll des Lobes und löffelte seinen Teller aus, verzehrte den Nachtisch, stand dankend auf und ließ wie selbstverständlich alles stehen und liegen - denn, so war es doch besprochen, wer einkauft und kocht, der ist auch für das Aufräumen und den Abwasch zuständig.

Übrigens habe ich ein kleines Problem mit meiner Oberfläche, die ist nach einer Woche Steineschleppen und Schuttwegbringen noch ziemlich ramponiert, sie wirkt irgendwie, wie soll ich sagen, präverbal, allerhöchstens protointelligent, da muss ich unbedingt was tun.

Ich kann mich an das Buch nicht gut erinnern, ich las es, so ein Zufall!, etwa 1983, aber eines war doch sehr einprägsam, das Zimmer 101, jenes Zimmer, das, wie man zum Schluss erfährt, für jeden individuell hergerichtet wurde und in dem man als Gedankenabweichler zu Folterzwecken mit seinen schlimmsten, tiefsten Ängsten konfrontiert wurde, wer also Angst vor Ratten hat, für den ist dieses Zimmer voller Ratten. So etwas muss man natürlich wissen, wenn man den Scherz verstehen will, damals im Studentenwohnheim, in der WG, als jemand mal ein Schild mit der Aufschrift "Zimmer 101" an der Tür vom Männerklo anbrachte.
Es gab diesen einen Abend, als wir alle uno spielten, ein wirklich simples Kartenspiel, auch nicht groß anders als Mau Mau, ich dachte immer: Wenn das die Eltern wüssten! Die sich doch Sorgen machen um ihre adoleszenten Kinder, fern, in der großen Stadt, wo es Clubs gibt und Drogen, Kriminalität und Krankheiten! Wenn die wüssten, was da stattfindet unter den Studenten! Nämlich nachmittags wird Al Bundy geguckt und abends uno gespielt. Und das war ein schöner Abend, der nur dadurch gefährdet war, dass eine dringend benötigte Mitspielerin ständig von ihrer bevorstehenden Klausur sprach, "morgen muss ich früh raus, ich gehe spätestens um elf ins Bett", so Sachen, und man flößte ihr ein wenig Alkohol ein, es war kurz vor 23h, sie ging zur Toilette, man drehte die Uhr zurück, "oh, ist ja doch noch Zeit", freute sie sich, es ging weiter mit dem uno, es ging weiter mit dem Alkohol, mit der Toilette, mit der Uhr, all dies wiederholte sich so absurd oft, dass ich noch heute gerne an diesen Abend zurückdenke, der gegen 3:30 endete, als sie "doch langsam mal" ins Bett gehen wollte, für sie war es ja auch erst 23:00, und ich weiß heute noch nicht, wie die Klausur für sie gelaufen bzw. ob sie überhaupt hingegangen ist.

Ob ich zu jener Zeit (Zimmer 101) mit dem Kloputzdienst drangewesen wäre, vermag ich nicht mehr zu sagen, aber mit dem Kochen, hm, das kann schon sein. Wir hatten damals folgende, ehrgeizige Regelung getroffen: Reihum wird für alle eingekauft und gekocht, gedeckt, hinterher abgeräumt und gespült. Und zwar alles komplett von einer Person. Auf diese Weise, so hatten wir vereinbart, hätte man zwar ab und zu einen wirklich harten Tag, könnte sich dann aber andererseits fast zwei Wochen lang davon erholen.
Es ging nicht lange gut, bald schon bröckelte es, hier fiel ein Essen aus, da gab's nur eine Tütensuppe, dort stapelte sich das Geschirr, nur ein Mitbewohner war tapfer und standhaft, er kochte an- und vollständige Mahlzeiten, und irgendwann war es so weit gekommen, dass praktisch nur noch er kochte, d.h. alle zwei Wochen gab es in der WG etwas Warmes zu Essen, worüber sich auch alle freuten, man war voll des Lobes und löffelte seinen Teller aus, verzehrte den Nachtisch, stand dankend auf und ließ wie selbstverständlich alles stehen und liegen - denn, so war es doch besprochen, wer einkauft und kocht, der ist auch für das Aufräumen und den Abwasch zuständig.

Übrigens habe ich ein kleines Problem mit meiner Oberfläche, die ist nach einer Woche Steineschleppen und Schuttwegbringen noch ziemlich ramponiert, sie wirkt irgendwie, wie soll ich sagen, präverbal, allerhöchstens protointelligent, da muss ich unbedingt was tun.
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Die letzte Woche in der Freiheit will ja ordentlich genutzt sein: Erdmassen bewegen, mit den Männern von der Bauschuttdeponie anfreunden, solche Sachen. Deshalb blogge ich hier mit weniger Commitment als üblich, vernachlässige auch die liebgewonnene Lektüre in der Nachbarschaft - aber dafür verrate ich Ihnen jetzt mal eine sa-gen-haf-te Geschäftsidee. Sie können mir dann ja aus der Karibik eine Karte schreiben. Also: Estrichbeton in 20-kg-Säcke abfüllen. Die Leute zahlen Ihnen garantiert mehr als für diese menschenverachtenden 40-kg-Säcke. Gewinn mindestens 100% - na?
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(Ungeordnetes aus der Kladde)
Nehmen wir mal den Taschenrechner: Ich fand es unglaublich, dass man einfach Rechenaufgaben in eine Maschine tippen konnte und diese einem, ohne lange nachzudenken, das Ergebnis anzeigte. So etwas wollte ich unbedingt haben, sparte lange und ging dann endlich mit meinem Vater in die Stadt, um einen Taschenrechner zu kaufen. Bei Quelle sollten diese Geräte bezahlbar und gut sein, und für etwa 50.- DM kauften wir also ein Gerät von Privileg, das den Vorteil hatte, mit zwei normalen Mignonzellen betrieben zu werden. Die leuchtendgrüne Anzeige begleitete fortan meine Nächte. Ich tippte und rechnete, spielte und drückte unter der Bettdecke, wo die Leuchtziffern besonders effektvoll zur Geltung kamen, ich strapazierte die Geduld meiner Verwandten, die mir ständig Rechenaufgaben stellen sollten, ich bat meine Oma, mit mir "Einkaufen" zu spielen, und sie sagte, gut, ich kaufe dies für 1,49 und das für 2,89, dann habe ich noch drei Pfandflaschen für je 15 Pf und eine für 30, nehme eine Plastiktüte für 10 Pf, gebe meine Rabattmarken ab, das Heft ist voll, 100 Marken à 2 Pf, und glücklich präsentierte ich ihr das Ergebnis. Ich nötigte reihum jeden, die Zahl 7353.315 einzugeben und die Ziffern dann kopfüber zu lesen, versuchte, die kleinste positive Zahl der Welt zu finden, indem ich mir überlegte, dass man ja mit 1 anfangen und dann immer durch 2 teilen könnte, das würde ja immer weniger werden und irgendwann wäre es dann so wenig, weniger geht nicht, aber zu meiner Enttäuschung kam immer etwas mit einem E-18 am Ende heraus, und solche Zahlen gibt's ja gar nicht.
Die andere Sache war die mit den Digitaluhren. Zur Einschulung hatte ich eine tickende, mechanische Armbanduhr zum Aufziehen bekommen, was meinen Großvater noch in beinahe fassungsloses Erstaunen versetzt hatte ("Eine Uhr hast du gekriegt!?"). Ich mochte diese schöne Uhr mit ihrem blauen Zifferblatt und dem ebenso gefärbten Lederarmband, doch einige Jahre später sollte es etwas viel Tolleres geben: Digitaluhren. Ich war hingerissen. Die Dinger wirkten damals nicht billig, sondern futuristisch, und niemand wollte mehr eine analoge Uhr mit Zeigern haben, sondern eine digitale sollte es sein mit mattsilbernem Metallarmband und möglichst vielen Knöpfen. Sehnsüchtig lauschte ich dem piependen Stundensignal aus den verschiedenen Ecken des Klassenzimmers, ließ mir die Beleuchtung sowie die geradezu unglaublichen Zusatzfunktionen (Stoppuhr, Datum) zeigen und war am meisten fasziniert von der Weck- bzw. Alarmfunktion. In den Pausen synchronisierten die beneidenswerten Besitzer ihre Digitaluhren, man stellte eine Alarmzeit ein und prüfte, ob diese von allen exakt eingehalten wurde, keine Zehntelsekunde zu früh durfte es da bei jemandem lospiepen, und eines Tages wurde all dies noch übertroffen durch den Erstkontakt mit einer Uhr, die eine Weckmelodie abspielte. Das schlug ein wie eine Bombe. Und noch immer, wenn ich das schöne Greensleeves höre, muss ich an diese Uhr denken, denn das Alarmgepiepse war ebenjene Melodie. Auch sie gab es bei Quelle, sie kostete 35.- DM, die waren weit weg, und so nahm ich zunächst eine Abkürzung, denn mein Freund A. kam eines Tages an und fragte mich, ob ich für 10.- DM eine Digitaluhr wolle, klar, sagte ich, gab ihm das Geld und er brachte mir tatsächlich eine Digitaluhr, die nicht ganz neu aussah, das Armband war goldfarben, aber sie funktionierte, ich fragte ihn, woher die eigentlich sei, und er erklärte mir, er habe da am Bahnhof jemanden getroffen, der habe ganz viele. Die ganze Nacht hindurch spielte ich mit der Uhr herum, testete alle Funktionen, ließ sie leuchten und piepen, zog sie am nächsten Morgen an, wurde am Frühstückstisch gefragt, woher die kam, musste sie zurückgeben und weitersparen. Was ich auch tat.
Als ich mir das gute Stück schließlich kaufen konnte, gehörte ich endlich zur Gruppe der sechs, sieben Auserwählten, von denen jeder regelmäßig Ärger bekam, wenn die Melodie im Unterricht erklang, und die langen Mittagspausen verbrachten wir mit verschiedenen Experimenten wie "alle gleichzeitig" oder "direkt nacheinander", nahmen das Gepiepse mit einem dieser Cassettenrecorder auf, um ihn dann im richtigen Moment mit hoher Lautstärke einzuschalten - und überhaupt, ja, hatten wir damit viel Spaß und das wollte ich einfach mal so erzählen, ne.
Nehmen wir mal den Taschenrechner: Ich fand es unglaublich, dass man einfach Rechenaufgaben in eine Maschine tippen konnte und diese einem, ohne lange nachzudenken, das Ergebnis anzeigte. So etwas wollte ich unbedingt haben, sparte lange und ging dann endlich mit meinem Vater in die Stadt, um einen Taschenrechner zu kaufen. Bei Quelle sollten diese Geräte bezahlbar und gut sein, und für etwa 50.- DM kauften wir also ein Gerät von Privileg, das den Vorteil hatte, mit zwei normalen Mignonzellen betrieben zu werden. Die leuchtendgrüne Anzeige begleitete fortan meine Nächte. Ich tippte und rechnete, spielte und drückte unter der Bettdecke, wo die Leuchtziffern besonders effektvoll zur Geltung kamen, ich strapazierte die Geduld meiner Verwandten, die mir ständig Rechenaufgaben stellen sollten, ich bat meine Oma, mit mir "Einkaufen" zu spielen, und sie sagte, gut, ich kaufe dies für 1,49 und das für 2,89, dann habe ich noch drei Pfandflaschen für je 15 Pf und eine für 30, nehme eine Plastiktüte für 10 Pf, gebe meine Rabattmarken ab, das Heft ist voll, 100 Marken à 2 Pf, und glücklich präsentierte ich ihr das Ergebnis. Ich nötigte reihum jeden, die Zahl 7353.315 einzugeben und die Ziffern dann kopfüber zu lesen, versuchte, die kleinste positive Zahl der Welt zu finden, indem ich mir überlegte, dass man ja mit 1 anfangen und dann immer durch 2 teilen könnte, das würde ja immer weniger werden und irgendwann wäre es dann so wenig, weniger geht nicht, aber zu meiner Enttäuschung kam immer etwas mit einem E-18 am Ende heraus, und solche Zahlen gibt's ja gar nicht.
Die andere Sache war die mit den Digitaluhren. Zur Einschulung hatte ich eine tickende, mechanische Armbanduhr zum Aufziehen bekommen, was meinen Großvater noch in beinahe fassungsloses Erstaunen versetzt hatte ("Eine Uhr hast du gekriegt!?"). Ich mochte diese schöne Uhr mit ihrem blauen Zifferblatt und dem ebenso gefärbten Lederarmband, doch einige Jahre später sollte es etwas viel Tolleres geben: Digitaluhren. Ich war hingerissen. Die Dinger wirkten damals nicht billig, sondern futuristisch, und niemand wollte mehr eine analoge Uhr mit Zeigern haben, sondern eine digitale sollte es sein mit mattsilbernem Metallarmband und möglichst vielen Knöpfen. Sehnsüchtig lauschte ich dem piependen Stundensignal aus den verschiedenen Ecken des Klassenzimmers, ließ mir die Beleuchtung sowie die geradezu unglaublichen Zusatzfunktionen (Stoppuhr, Datum) zeigen und war am meisten fasziniert von der Weck- bzw. Alarmfunktion. In den Pausen synchronisierten die beneidenswerten Besitzer ihre Digitaluhren, man stellte eine Alarmzeit ein und prüfte, ob diese von allen exakt eingehalten wurde, keine Zehntelsekunde zu früh durfte es da bei jemandem lospiepen, und eines Tages wurde all dies noch übertroffen durch den Erstkontakt mit einer Uhr, die eine Weckmelodie abspielte. Das schlug ein wie eine Bombe. Und noch immer, wenn ich das schöne Greensleeves höre, muss ich an diese Uhr denken, denn das Alarmgepiepse war ebenjene Melodie. Auch sie gab es bei Quelle, sie kostete 35.- DM, die waren weit weg, und so nahm ich zunächst eine Abkürzung, denn mein Freund A. kam eines Tages an und fragte mich, ob ich für 10.- DM eine Digitaluhr wolle, klar, sagte ich, gab ihm das Geld und er brachte mir tatsächlich eine Digitaluhr, die nicht ganz neu aussah, das Armband war goldfarben, aber sie funktionierte, ich fragte ihn, woher die eigentlich sei, und er erklärte mir, er habe da am Bahnhof jemanden getroffen, der habe ganz viele. Die ganze Nacht hindurch spielte ich mit der Uhr herum, testete alle Funktionen, ließ sie leuchten und piepen, zog sie am nächsten Morgen an, wurde am Frühstückstisch gefragt, woher die kam, musste sie zurückgeben und weitersparen. Was ich auch tat.
Als ich mir das gute Stück schließlich kaufen konnte, gehörte ich endlich zur Gruppe der sechs, sieben Auserwählten, von denen jeder regelmäßig Ärger bekam, wenn die Melodie im Unterricht erklang, und die langen Mittagspausen verbrachten wir mit verschiedenen Experimenten wie "alle gleichzeitig" oder "direkt nacheinander", nahmen das Gepiepse mit einem dieser Cassettenrecorder auf, um ihn dann im richtigen Moment mit hoher Lautstärke einzuschalten - und überhaupt, ja, hatten wir damit viel Spaß und das wollte ich einfach mal so erzählen, ne.
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Nach schmutziger, körperlicher Arbeit genieße ich es, mich in die lauwarm gefüllte Badewanne zu legen. Die alte Badewanne, die schon bessere Tage gesehen hat. Die in dem alten Bad steht, das schon bessere Tage gesehen hat. Ich lese dann gerne Belangloses, z.B. das Zeit Magazin*,
--
*"Wen wählen Sie, Herr Brender?", Zeit Magazin 35 vom 20.08.09, S. 7, leider nicht online zu finden. Befragt wird Nikolaus Brender, ZDF-Chefredakteur.
- Herr Brender, die erste Bundestagswahl, bei der Sie wählen durften, war 1972. Helmut Schmidt gegen Rainer Barzel. Erinnern Sie sich noch, wen Sie damals gewählt haben?und dann liege ich da und frage mich, wie ich das eigentlich machen soll, das mit dem Baden, wenn ich mal das alte Bad rausreiße, und ob da zwei Journalisten aufeinandergetroffen sind, die eine Meise haben oder was.
- Natürlich! [...] Ich war Student und hatte Bedenken gegenüber einigen politischen Ansichten von Helmut Schmidt - aber ich war immer noch empört über das Misstrauensvotum der CDU/CSU gegen Willy Brandt.
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*"Wen wählen Sie, Herr Brender?", Zeit Magazin 35 vom 20.08.09, S. 7, leider nicht online zu finden. Befragt wird Nikolaus Brender, ZDF-Chefredakteur.
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... am heißesten Tag des Jahres so getan?"
Och, Gottchen - nichts Besonderes so weit. Im Vorgarten die Waschbetonplatten weggenommen. Die hab' ich dann ins Auto gewuppt und zur Deponie gefahren, dort halt ausgeladen und in einen Container geschmissen. Würde mich mal interessieren, was die eigentlich wiegen! Dann wollt' ich so einen Pfeiler, das sind so dicke, gemauerte aus Klinker, mal eben umhauen und auch wegbringen. Ich hatte gehofft, dass die hohl sind, aber die sind mit Zement oder Beton ausgegossen. An dem Pfeiler war dieser fette Aluzaun festgeschraubt. Echt gut befestigt! Der ging nicht ab. Ich hab' dann mit der Flex versucht, diese dicken Aludinger durchzusäbeln. Das hat echt gedauert! Und warm ist das, so mit Schutzbrille und Ohrenschützern. Und dann dachte ich, ich schmeiße den Pfeiler einfach um, der löst sich bestimmt gut vom Boden und dann zerfällt er in seine Einzelteile und die wollt' ich dann auch zur Deponie bringen. Ich habe dann erst mal mit dem Bohrhammer versucht, den unten abzulösen von der Waschbetonplatte, auf der er stand. Ging überhaupt nicht! Dann bin ich vorsichtig mit der Brechstange drunter, dann ging er ein, zwei Millimeter hoch und ich dachte, super, hat sich gelöst, jetzt nur noch umschmeißen das Ding. Und das ging gar nicht! Dass der schwer ist, wusste ich ja schon, aber dass ich den nicht mal umschmeißen konnte ... Na, ich hab' den dann immer in kleinen Schritten hochgehebelt, einen Keil druntergeklopft, wieder gehebelt, Keil weiter rein usw., aber der wollte und wollte nicht umfallen. Mann! Ich hab' dann einfach immer weitergemacht, bis ich irgendwann druntergeguckt und festgestellt habe, dass der mit so einer total dicken Stange aus Baustahl im Boden verankert war. Dann musste ich noch eine Viertelstunde weiter rumwürgen, bis ich da bessser rankam, hab' die Waschbetonplatte drunter rausgezogen, ich wollte die Stange nämlich abflexen. Ha ha! Das ging gar nicht! Für Alu hat das gereicht mit der Flexscheibe, aber nicht für den Stahl, das hat nicht mal die Oberfläche angekratzt. Na ja ... ich hab' den dann mit ganz viel Geduld und unter Einsatz meines Körpergewichts mit absurden Hebelkonstruktionen noch weiter umgehebelt, bis er endlich lag. Aber der Anker da - der ist total tief unten ganz fest einbetoniert. Ich hab' dann immer mal was getrunken, es war ja warm heute, und dann dachte ich, du brauchst eine bessere Flex und einen besseren Bohrhammer, da tut sich ja gar nichts, und bin erst mal zum Baumarkt gefahren. Im Auto war's echt warm. Dann habe ich mir aber erst mal so einen riesigen Vorschlaghammer gekauft, ich dachte nämlich: Damit haust du den Pfeiler einfach in Stücke. Man sieht ja aus wie jemand, der seine Familie auslöschen will mit so einem Hammer in der Hand, na ja, ich also wieder ins Auto und dann ran ans Werk. Man muss da echt aufpassen. Da spritzen die Steinsplitter überall hin bei jedem Schlag. Und der Pfeiler will und will nicht kaputtgehen. Na, wie ich dann dieses schöne, neue Auto da stehen sah, ich weiß nicht, wem's gehört, da dachte ich, nicht dass der noch was abkriegt, hab' also das Werkzeug lieber weggeräumt und erst mal Schluss gemacht, nur den Pfeiler, den konnte ich absolut nicht mehr bewegen, der hängt jetzt so mitten auf dem Bürgersteig - ich muss mal sehen, wie ich das morgen mache. Jetzt muss ich aufhören, der Schweinebraten ist fast fertig, mit Rotkohl und Klößen, mmh!

Och, Gottchen - nichts Besonderes so weit. Im Vorgarten die Waschbetonplatten weggenommen. Die hab' ich dann ins Auto gewuppt und zur Deponie gefahren, dort halt ausgeladen und in einen Container geschmissen. Würde mich mal interessieren, was die eigentlich wiegen! Dann wollt' ich so einen Pfeiler, das sind so dicke, gemauerte aus Klinker, mal eben umhauen und auch wegbringen. Ich hatte gehofft, dass die hohl sind, aber die sind mit Zement oder Beton ausgegossen. An dem Pfeiler war dieser fette Aluzaun festgeschraubt. Echt gut befestigt! Der ging nicht ab. Ich hab' dann mit der Flex versucht, diese dicken Aludinger durchzusäbeln. Das hat echt gedauert! Und warm ist das, so mit Schutzbrille und Ohrenschützern. Und dann dachte ich, ich schmeiße den Pfeiler einfach um, der löst sich bestimmt gut vom Boden und dann zerfällt er in seine Einzelteile und die wollt' ich dann auch zur Deponie bringen. Ich habe dann erst mal mit dem Bohrhammer versucht, den unten abzulösen von der Waschbetonplatte, auf der er stand. Ging überhaupt nicht! Dann bin ich vorsichtig mit der Brechstange drunter, dann ging er ein, zwei Millimeter hoch und ich dachte, super, hat sich gelöst, jetzt nur noch umschmeißen das Ding. Und das ging gar nicht! Dass der schwer ist, wusste ich ja schon, aber dass ich den nicht mal umschmeißen konnte ... Na, ich hab' den dann immer in kleinen Schritten hochgehebelt, einen Keil druntergeklopft, wieder gehebelt, Keil weiter rein usw., aber der wollte und wollte nicht umfallen. Mann! Ich hab' dann einfach immer weitergemacht, bis ich irgendwann druntergeguckt und festgestellt habe, dass der mit so einer total dicken Stange aus Baustahl im Boden verankert war. Dann musste ich noch eine Viertelstunde weiter rumwürgen, bis ich da bessser rankam, hab' die Waschbetonplatte drunter rausgezogen, ich wollte die Stange nämlich abflexen. Ha ha! Das ging gar nicht! Für Alu hat das gereicht mit der Flexscheibe, aber nicht für den Stahl, das hat nicht mal die Oberfläche angekratzt. Na ja ... ich hab' den dann mit ganz viel Geduld und unter Einsatz meines Körpergewichts mit absurden Hebelkonstruktionen noch weiter umgehebelt, bis er endlich lag. Aber der Anker da - der ist total tief unten ganz fest einbetoniert. Ich hab' dann immer mal was getrunken, es war ja warm heute, und dann dachte ich, du brauchst eine bessere Flex und einen besseren Bohrhammer, da tut sich ja gar nichts, und bin erst mal zum Baumarkt gefahren. Im Auto war's echt warm. Dann habe ich mir aber erst mal so einen riesigen Vorschlaghammer gekauft, ich dachte nämlich: Damit haust du den Pfeiler einfach in Stücke. Man sieht ja aus wie jemand, der seine Familie auslöschen will mit so einem Hammer in der Hand, na ja, ich also wieder ins Auto und dann ran ans Werk. Man muss da echt aufpassen. Da spritzen die Steinsplitter überall hin bei jedem Schlag. Und der Pfeiler will und will nicht kaputtgehen. Na, wie ich dann dieses schöne, neue Auto da stehen sah, ich weiß nicht, wem's gehört, da dachte ich, nicht dass der noch was abkriegt, hab' also das Werkzeug lieber weggeräumt und erst mal Schluss gemacht, nur den Pfeiler, den konnte ich absolut nicht mehr bewegen, der hängt jetzt so mitten auf dem Bürgersteig - ich muss mal sehen, wie ich das morgen mache. Jetzt muss ich aufhören, der Schweinebraten ist fast fertig, mit Rotkohl und Klößen, mmh!

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